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Unsäglicher Wahlkampf um verschollene Daten

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Ich wusste, dass die Stadt Dortmund in diesem Blog irgendwann ihren gebührenden Platz bekommt. Nun ist es um sie geschehen. Ein Datenskandal im Rathaus, denn die Daten von rund 100 Lokalpolitikern lagen da, wo sie so gar nicht hingehören – auf der Straße.

 

Wie kommen die Daten dort hin? Das ist momentan noch ein Geheimnis der Dortmunder Verwaltung. Interne Ermittlungen sind aber bereits im Gange, alles andere wäre ein weiterer Skandal. Denn natürlich beschleicht mich ein unheimliches Gefühl, und ich frage mich: Was passiert sonst noch im Dortmunder Rathaus? Welche meiner Daten liegen bald womöglich im Westfalenpark oder in der Hombrucher Fußgängerzone aus?

 

Intensive Aufklärung ist notwendig. Und es ist richtig, dass Noch-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat. Damit ist allerdings noch keinesfalls bewiesen, dass ein Rathaus-Mitarbeiter die Daten fahrlässig oder gar mit Vorsatz auf Dortmunds Straßen verstreut hat.

 

Wobei mir aber richtig schlecht wird: Der Passant, der die Monatsabrechnungen und Kontoverbindungen von Mitgliedern von Stadtparlament, Senioren- und Ausländerbeirat gefunden und aufgesammelt hat, hat alles bei der CDU abgeliefert.

 

Geht’s noch?

 

Der Fund gehört dahin, wo allem Anschein nach der Bock geschossen worden ist. Und an die Staatsanwaltschaft. Nicht an eine andere Partei. Denn wie glaubwürdig ist die Aufregung über verschollene Daten, wenn man gutheißt, dass jetzt auch noch die CDU-Fraktion die Kontonummern verschiedener Ratskollegen kennt?

 

Dass die CDU selbst daraus jetzt einen „unvorstellbaren Datenskandal“ macht, war vorhersehbar. DerWesten-Nutzer "Tagesmutter" mutmaßte zunächst, ob nicht Herr H. von der CDU am Wochenende die Mülltonnen der Poststelle durchsucht und diese dann an einen Bekannten gegeben habe, damit er sie zurückbekommt. Später distanzierte sich Nutzer "Tagesmutter" bei DerWesten wieder von seiner Äußerung und entschuldigte sich bei Herrn H. 

 

Die Theorie von Nutzer "Tagesmutter" wäre wohl sowieso eher unwahrscheinlich gewesen. Aber ein etwas rigoroser Umgang mit dem edlen Finder wäre richtig gewesen. „Da ist das Bürgermeister-Büro, da können Sie die Datenblätter abgeben“, wäre die richtige Ansage von Mitarbeitern der CDU-Fraktion gewesen. Im Notfall wäre auch die Poststelle des Rathauses gegangen. Absolut peinlich ist, dass die CDU sogar noch eine Mitarbeiterin zu dem Finder nach Hause schickte. Mehr unsäglicher Wahlkampf geht nun wirklich nicht.

 

Kleine Schmonzette am Rande: Die CDU-Fraktion gibt den Namen des Bürgers nicht preis. Und zwar aus Gründen des Datenschutzes.

 

 

Hier geht's zum Text: Datenskandal im Dortmunder Rathaus

 
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