Das aktuelle Wetter NRW 15°C

Schießstände an Schulen müssen verboten werden

Schuss

Schießstände haben in Schulen und Waffen in Privatwohnungen nichts zu suchen.

 

 

Und es kann ja wohl beileibe nicht sein, dass gerade die großen Parteien sich ihr Kommunalwahlprogramm von Schützenvereinen diktieren lassen. In vielen Schulen im DerWesten-Verbreitungsgebiet gibt es trotz verschiedener Amokläufe immer noch Schießstände, und die Stadtverwaltungen wollen sie behalten. Mit dem Argument: „Diesen Schießstand gibt es schon seit x Jahren, da ist noch nie etwas passiert!“ Ja, herzlichen Glückwunsch!

 

Schulen sind Räume, wo Kinder einigermaßen zufrieden und vor allem sicher aufwachsen sollen. Auch wenn Schießstände in Schulen besonders gesichert sind, sind es keine Panzerräume, aus denen Waffen nicht gestohlen werden können. Und es ist eine ziemlich beunruhige Vorstellung, wenn bei einem Einbruch in den Schießstand nebenan die Klasse eins Turnunterricht hat oder die Klasse vier gerade über Mathematikaufgaben brütet.

 

 

Ich fordere kein Verbot von Schützenvereinen, die Mitglieder sollen ihr Hobby gerne ausüben. Aber es ist kein Volkssport, und es ist durchaus legitim, wenn Bürger Schützenvereine für überflüssig oder zumindest Waffen für gefährlich halten. Warum werden die nicht gehört? Warum haben die Schützenvereine eine so große Lobby? Weil der Herr Bürgermeister auf dem sommerlichen Schützenfest eine so gute Figur machen kann und mit vermeintlicher Heimat- und Traditionstreue um Wählerstimmen kämpfen kann? Weil viele Parteien um konservative Wähler buhlen und glauben, in solchen Vereinen fündig zu werden?

 

Waffen können töten, das darf man nicht vergessen. Darüber hinaus taugen Waffen zu nichts, auf sie kann man ehrlicherweise verzichten. Denn viel Gutes kann man mit ihnen nicht machen. Und gerade, weil sie so gefährlich sind, haben sie in Privatwohnungen nichts zu suchen. Sie müssen an einem äußerst sicheren Ort aufbewahrt werden, über den jemand anderes als der Waffenbesitzer die Kontrolle haben muss. Dass Waffe und Munition getrennt voneinander gelagert werden müssen, versteht sich von selbst.

 

 

Eine Schule ist aus besagten Gründe aber auch nicht der richtige Ort, um Waffen zu lagern. Wenn Schützenvereine ihr Hobby ausüben wollen, müssen sie eben selbst Phantasie und auch das nötige Geld mitbringen, um geeignete Trainingsstätten und Waffen-Lagerorte ausfindig zu machen, aufzubauen und langfristig zu halten.

 

 

Wenn’s um Menschenleben geht, haben alle anderen Interessen zurückzustehen. Wählerstimmen gehören auch zu diesen Interessen.

 
Diesen Artikel bookmarken?

0 Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist:
http://www.derwesten.de/services/trackbacks/blogs/6015602/create

0 Kommentar