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Menschenverachtende Kampagne der Jungen Union

Bild-Sex

So lange ist es nun auch wieder nicht her, dass ich zum ersten Mal in die Wahlkabine durfte. Und ich weiß, dass ich den Wahlkampf-Slogan der Jungen Union Bottrop alles andere als gut gefunden hätte. Im Gegenteil, das Wort „abartig“ wäre mir durch den Kopf geschossen.

 

„SEX am Arbeitsplatz ist GEIL! . . . leider haben 12% der jungen Bottroper keine Arbeit”. Geht’s noch? Arbeitslosigkeit ist ein Wahlkampfthema, keine Frage. Und es ist schlimm genug, dass etliche Jugendlichen kaum eine Beschäftigungs-Perspektive haben bzw. sehr, sehr lange darauf warten müssen.

 

Provokation kann manchmal helfen, bestimmten Themen im Wahlkampf ausreichend Gehör zu verschaffen. Das Thema Arbeitslosigkeit, weil eben so dominant und existenziell, braucht keine provokante Untermalung. Viel eher Konzepte. Damit hätte die Junge Union punkten können, mit Ideen für eine verbesserte Ausbildung, für qualitativ hochwertige Vorbereitungskurse oder mit einem neuen Bündnis für Arbeit in Bottrop.

 

Ihre Kampagne, die sie sich stattdessen ausgedacht hat, ist unterste Schublade. Sex am Arbeitsplatz ist alles andere als geil. Wer ihn hat, hat in der Regel seinen Job nicht mehr lange. Und viel schlimmer: Ganz, ganz oft ist einer beteiligt, der diesen Sex nicht freiwillig hat. Der Opfer ist, weil ein Kollege seine Machtposition ausspielt und ihn sexuell belästigt.

 

Die Opfer leiden in der Regel jahrelang. Besonders schlimm ist  es, wenn sie eben keine andere Job-Perspektive haben. Sondern nahezu auf Gedeih und Verderb auf ihren aktuellen Job angewiesen sind.

 

Bravo, Junge Union! Wohl nicht wirklich weit gedacht – und stattdessen eine menschenverachtende Kampagne abgeliefert ....

 

Hier geht's zum Artikel: Sex-Slogan auf Wahlkampfheft löst Aufregung aus

 

 

 

 

 
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