Dass Christoph Metzelder zu den Königsblauen wechselt, ist die Nachricht des Tages. Und sie wird in U-Bahnen, am Büdchen um die Ecke und an Frühstückstischen bereits eifrig diskutiert. Das TV-Duell zwischen Hannelore Kraft und Jürgen Rüttgers vom Montagabend ist dagegen schon verblasst. Da war doch mal was. Ach ja, was haben die nochmal gesagt?, fragt man sich am Morgen danach. Eindeutiger Sieger? Fehlanzeige. Gravierende Unterschiede zwischen den Duellanten? Nur wenn man ganz genau hinhörte...
Politischer Streit ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Schon gar nicht im Wahlkampf. Nur wenn sich die Spitzenkandidaten eindeutig positionieren, wird auch der Wähler sehr eindeutig bei der für ihn richtigen Partei sein Kreuzchen setzen.
Dass sich Kraft und Rüttgers bei der Bildungs- und Koalitionsfrage beharkt haben, reicht nicht aus. Mit den wenigen Gegensätzen könnte es am Ende sogar für eine Große Koalition reichen. Die Opposition wird geschwächt, die Demokratie im Land kann Schaden nehmen.
Ich bin enttäuscht vom Fernsehduell. Denn ich möchte wissen, wofür die einzelnen Parteien und ihre Spitzenkandidaten stehen. Das haben Kraft und Rüttgers nicht zeigen können, und sie sind bei vielen Fragen nicht einer Meinung. Das ist politischen Beobachtern bekannt. Ein telegenes Schaulaufen brauche ich nicht, das machen viele Politiker schon oft genug, ohne wirkliche Antworten auf die dringendsten Probleme im Land zu geben.
So jedenfalls ist ein Fernsehduell überflüssig. Vielleicht wird es am Mittwoch besser. Dann diskutieren alle fünf Spitzenkandidaten miteinander. Und ich finde: Wenn ich als Wählerin schon bereit bin, mich an zwei Abenden über die Landtagswahl zu informieren, habe ich einen Anspruch auf tatsächliche Information und Eindeutigkeit.





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