Knapp drei Wochen vor der Landtagswahl häufen sich die Umfragen und die Spekulationen, welche Parteien-Konstellation nach dem 9. Mai im Landtag in Düsseldorf die Mehrheit hat. Da kommt die Mitteilung der Landeswahlleitung gerade recht, um den Fokus der künftigen Zusammensetzung des Landtags mal etwas zu erweitern: „Zwischen 60 und 65 Zentimeter“ wird der Wahlzettel in den 128 Wahlkreisen lang sein, teilte Landeswahlleiterin Helga Block jetzt mit. Es gibt also noch ein paar mehr Parteien als die altbekannten, etablierten.
Insgesamt 25 politischen Vereinigungen kandidieren diesmal um einen Platz im Landes-Parlament, in zwei Wahlkreisen sind es sogar noch zwei Kreiswahlvorschläge mehr. Das bedeutet: Die Wähler haben deutlich mehr Auswahl als vor fünf Jahren. Wieso also nicht mal andere potentielle Regierungs-Konstellationen durchspielen?
Wie wäre es zum Beispiel mit Rot-Grün-Orange (die Piratenfarbe). Oder Schwarz-Gelb-Violett? Warum nicht mal - mit dem Kreuzchen an der richtigen Stelle - provozieren was im Landtag abgeht, wenn der CDU-Arbeiterführer Jürgen Rüttgers in den Koalitionsgesprächen mit Helga Zepp-LaRouche verhandeln muss, der Chefin der „Bürgerrechtsbewegung Solidarität“ (BüSo). Die nannte sich früher immerhin mal „Europäische Arbeiterpartei“ und ist sowas von links, da wird das CDU-Schreckgespenst „Rot-Rot“ ganz schnell ganz blass.
Wieso nicht endlich mal dem „Zentrum“ zu politischer Gestaltungsfähigkeit verhelfen, die auf ihrer Internetadresse unter „Neues und Aktuelles“ derzeit nur eine leere Seite präsentieren und immerhin „Deutschlands älteste Partei“ sind? Wer wiederum ewig strahlende Karriere-Gesichter in der Politik nicht leiden mag, könnte ein Kreuz neben "RENTNER" setzen und dann nach dem 9. Mai mal schauen, ob das einen Unterschied macht.
Und wer das alles sowieso für einen Witz hält: Warum dann nicht den Konsorten um Martin Sonneborn von der Satire-Gruppierung „Die Partei“ praktische Regierungsarbeit zumuten? Viel schlechter, als unter der derzeitigen Regierung dürften die Landesfinanzen da am Ende wohl auch nicht aussehen.
Wenn all die Unzufriedenen und Wahl-Verweigerer, über die derzeit noch nicht geredet und geschrieben wird, die politischen Verhältnisse mal wirkungsvoll torpedieren möchten: Der Weg ins Wahllokal am 9. Mai macht vieles möglich.





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