Die Städte rüsten auf. Schließlich dauert es gar nicht mehr lange bis zur alles entscheidenden Kommunalwahl am 30. August. Sichtbarstes Zeichen sind die mehr oder weniger schmucken Wahlplakate, die auf der freien Wiese oder am Laternenpfahl ihren Platz finden. Und soviel sei verraten: Manche gehen gar nicht.
Ein unrühmliches Beispiel ist die Stadt Monheim. Was die Kandidaten wollen, kann man den Wahlplakaten zumindest nicht entnehmen. Obwohl gerade diese Plakate auch den politisch völlig uninformierten Bürger mit der Nase darauf stoßen könnten, dass bald gewählt und über wichtige Themen in der Stadt abgestimmt wird. Umstritten sind in Monheim viele Projekte, wie das Rathauscenter III, die Umgestaltung des Rheinbogens oder das Sportstättenkonzept. Doch, geht man nach den Wahlplakaten, kann man den Eindruck bekommen, dass die Monheimer Politiker diese heißen Eisen aus dem Wahlkampf heraushalten wollen.
Und viel lieber die Angel ins Wasser halten. OB-Kandidat Tim Brühland zum Beispiel will „ein guter Fang für Monheim am Rhein“ sein. Was die Bürger mit ihm nach der Wahl fangen, lässt er offen. Ebenso wie seine Parteizugehörigkeit auf dem Plakat.
Konkurrentin Marion Prondzinsky-Kohlmetz lächelt strahlend und verteilt die Botschaft „Unsere Stadt in den besten Händen“. Was aber Frau Prondzinsky-Kohlmetz mit ihren Händen formen will, bleibt ihr Geheimnis.
Liebe OB-Kandidaten, Eure Parteifreunde oder Genossen wissen vielleicht, was Sie wollen. Die haben ja möglicherweise auch mitgestrickt am Programm für die nächsten fünf Jahre. Sie aber sollen alle Bürger der Stadt einbinden und mit dafür sorgen, dass die Wahlbeteiligung in Ihrer Stadt keine Tränen hervorruft. Umfassende Informationen sind der erste Schritt dazu. Und wenn Sie von Ihren Themen und Ihren Lösungsansätzen bei Rathauscenter oder Rheinbogen überzeugt sind, dann stehen Sie doch auch dazu. Alles andere, wie Angel- oder Landschaftswerbung, ist feige und undemokratisch.
Hier geht's zum Text: Die Angel ausgeworfen
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