Immer mehr Kommunalwahlpolitiker finden den Weg ins Internet. Ein Beispiel: Die Hattinger Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch gibt auf ihrer Homepage Einblicke in ihren Terminkalender und Lebenslauf sowie eine Übersicht über ehemalige und aktuelle Ämter.
Über die Kontakt-Funktion können Interessierte Anmerkungen oder Fragen an die Bürgermeisterin schicken. Goch: „Dies ist eine gute Plattform, seine Unzufriedenheit loszuwerden.” Allerdings sei sie nicht nur über die Homepage ansprechbar, betont sie. Denn: „Das persönliche Gespräch ist mir am liebsten.”
Stopp. Wenn man sich und sein Wahlprogramm im Internet anpreist, um möglicherweise auch ganz neue Zielgruppen anzusprechen, dann muss man’s richtig machen. Und zum Internet gehört nun einmal die direkte, offene und transparente Diskussion mit dem Internetnutzer – und der Internetnutzer untereinander. Ein Forum zum Beispiel, das auf der Seite von Dagmar Goch komplett fehlt.
Klar, dass dann auch mal abfällig über die Politik und den letzten Termin der Spitzenkandidatin geschrieben wird. Aber in einer Zeit, in der Straßen und Schulen vermodern und das Geld für eine Instandsetzung fehlt, sollte Schluss sein mit einer einseitig ausgerichteten Kommunikation. Auch Politiker haben keine Allheils-Lösungen parat, so dass sie zwingend auf die Debatte mit und auf die Ideen von Bürgern angewiesen sind. Beim Straßenwahlkampf gibt’s in der Regel höchstens ein kurzes Gespräch. Wird der Bürger zu kritisch, kann sich der Wahlkämpfer schnell zurückziehen – mit der Begründung: „Mit Herrn x, der da vorne steht, wollte ich auch noch sprechen.“
Im Internet ist die Wortwahl direkter, bis hin zur Beleidigung. Aber es wird oft Tacheles geredet, und sehr offen dargelegt, was die Bürger von bestimmten Vorschlägen halten. In dieser Hinsicht müssen Politiker nicht geschont werden, sie müssen den ganzen Unmut aus dem Volk zu Ohren bekommen. Und dann erst wird ein Gespräch zwischen ihnen und den Wählern interessant. Raus aus dem Rathaus, rein ins Volk. Und wenn der Weg ins Internet führt, dann geht es nicht von der Kanzel herab. Eine Internetseite ist kein Flyer, auf dem sich der Politiker anpreist. Eine Internetseite ist ein Ort der Kommunikation – auf Augenhöhe. Wo sonst haben die Politiker noch die Möglichkeit, so unverfälscht Volkes Stimme zu hören?
Zum WAZ-Artikel: Kurze Videos für die Wiederwahl
Zur Homepage von Dagmar Goch: Link





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