Ich bin diese Woche mal wieder heftig unterwegs. Rund 20 Stunden auf der Schiene, im Flugzeug und Taxi von Montag bis Donnerstag sind geplant. Dennoch hatte ich mir vorgenommen, vor oder nach dem Büro noch zwei Laufeinheiten einzuschieben. Mein Koffer ist zur Hälfte voll mit Laufhosen, -shirts und weiteren Accessoires für Wetterlagen zwischen -10°C und Schneetreiben bis +10°C und Regen. Eine Sache jedoch gibt es, ohne die ich wirklich nicht laufen gehen kann: Laufschuhe. Und genau die liegen zu Hause im Schrank.
Nachdem ich die erste Frustration über dieses Versäumnis verdaut hatte, dachte ich über Plan B nach. Neue Schuhe brauche ich sowieso mal wieder. Leider war es bald klar, dass ich meinen Kollegen nicht mehr zu den üblichen Öffnungszeiten des örtlichen Schuh-Dealers entkommen würde. Die lieben Kollegen haben sich vermutlich über meine scheinbar grundlose finstere Laune gewundert.
Heute habe ich dann Plan C in die Tat umgesetzt. Getreu dem Motto "Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Muckis haben", habe ich Stabilisationstraining gemacht. Seit Dezember habe ich Laufkrafttraining, Stabilisation, Koordination und Rumpfstabilisation in meinem Trainingsplan.
Werner Kieser erklärte Achim Achilles: "Wir sind keine Lauftiere". Ich kann Herrn Kieser zwar nicht darin folgen, dass Läufer muskuläre Dysbalancen haben. Ziemlich eindeutig ist aber für mich spürbar, dass ein sesshaftes Leben zwischen Schreibtisch, Couch und diversen Verkehrsmitteln zu muskulären Dysbalancen führt. Die Folgen können durch das Laufen alleine auch nicht behoben werden.
Das Stabilisationstraining hilft der Fuß- und tiefen Wadenmuskulatur. Noch wichtiger: Gleichgewicht und Koordination werden geschult. Das soll letztlich auch dem Gehirn auf die Sprünge helfen, so dass ich in Zukunft meine Schuhe vielleicht nicht mehr zu Hause vergesse. Das Ballkissen, das im Bild zu sehen ist, benutze ich zu Hause. Im Hotel wird es zum Beispiel durch ein zusammengerolltes Handtuch oder ein klein zusammengefaltetes Kissen ersetzt.
Die Rumpfstabilisation stärkt Rückenmuskeln, Bauchmuskeln und Hüftmuskulatur. Das verbessert die Haltung beim Laufen und beugt Rückenbeschwerden vor. Und die sind bei der weit verbreiteten Zwangshaltung, in die viele von uns zu einem großen Teil des Tages vor dem Computer gezwungen werden, fast unvermeidlich.
Noch besser als Bauchaufzüge sind aber Bauchaufzüge nach einem lockeren Lauf über 10km. Nächste Woche werde ich meine Schuhe nicht vergessen!
Bild: Autor





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