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Über Leichen gehen?

Friedhof

Im Winter werden Flächen nutzbar, die im Sommer nicht oder kaum genutzt werden. Spaziergänger und Kinder finden sich bei geschlossener Schneedecke weit abseits der Wege. Im Extremfall werden sogar Gewässer begehbar.

 

Als Läufer gibt es für mich aber immer mindestens eine Tabuzone, und zwar Friedhöfe. Abgesehen davon, daß sportliche Betätigung auf Friedhöfen im allgemeinen untersagt sein dürfte (z. B. Friedhofssatzung der Stadt Essen, §5 Absatz 1), ist das auch offensichtlich pietätlos.

 

Eine (erlaubte) Ausnahme gibt es für mich: Die Verbindung zwischen Böhmerstraße und Kaldenhoverbaum, die über einen Rad/Fußweg über den Terassenfriedhof in Essen führt. Und obwohl dieser Weg offiziell ausgeschildert ist, fühle ich mich am Sonnntagmittag oder um den 1. November herum nicht wirklich wohl. Noch schlimmer, wenn in Sichtweite eine Beerdigung stattfindet. Die Trauergäste könnten auf den Anblick eines bunt gekleideten Läufers sicher gut verzichten.

 

Heute konnte ich beim Laufen jemanden beobachten, der solche Bedenken offensichtlich nicht kennt: Ein Langläufer glitt mit seinen Ski ganz locker über eine Freifläche hinter den Gräbern, offensichtlich nicht mehr im Bereich des freigegebenen Weges.

 

Mich würde interessieren, wie andere das sehen? Sollte man die schönen Grünanlagen eines Friedhofs als Sportstätten freigeben? Gibt es noch andere Orte, die Läufer und Jogger lieber meiden sollten? Oder dürfen wir unsere natürliche Fortbewegungsart überall ausüben?

 

Ich freue mich auf Kommentare.

 

Teaserbild © Marc Tollas / PIXELIO

 
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