Eigentlich wollte ich hier regelmäßiger schreiben. Und eigentlich wollte ich schon in der zweiten Woche meines Trainingsplans für eine neue Bestzeit über 10km sein. Aber dann meinte mein rechtes Sprunggelenk, mich mit diffusen Schmerzen bremsen zu müssen.
Über die Grundregel zum Behandeln von Verletzungen beim Laufen ist schon viel geschrieben worden. Dabei geht es nicht um Knochenbrüche oder offene Wunden, sondern um die üblichen, von Außenstehenden oft unterschätzten, Verstauchungen, Überlastungen, Zerrungen und Entzündungen. Was andere kaum wahrnehmen und im besten Fall mitleidig belächeln führt beim Läufer zur Verzweiflung. Ziele werden verworfen, Prioritäten neu gesetzt und Lebenspläne überdacht. Glücklicherweise ist in den meisten Fällen bald alles wieder beim Alten und die Krise überstanden.
Leicht zu merken in diesem Zusammenhang ist das Wort Pech, denn das hat man ja schließlich gehabt. Die weniger zivilisierten Wörter denkt man sich lieber nur. Die einzelnen Buchstaben von Pech stehen für:
- Pause (sofort)
- Eis (zum Kühlen)
- Compression (Schreibweise aus Kaisers Zeiten oder englisch?)
- Hochlagerung (der Beine)
Das Kühlen bringt nur direkt nach der Verletzung etwas, dann dämmt es die Schwellung ein. Mit der „Kompression“ sollte man es nicht übertrieben, ein leichter Verband mit einer Idealbinde ist ausreichend. Andererseits, wenn man die Blutzufuhr unterbricht, ist ein verstauchter Knöchel das Geringste der Probleme. Auch das Hochlegen hilft in erster Linie gegen die Schwellung; glücklich, wer die Muße dazu hat.
Das Wichtigste jedoch ist die Pause. Fast alles, was uns Läufern so passiert, heilt von selbst, wenn wir dem Körper die Zeit dazu geben. Und die Pause sollte schon so lange dauern, dass die Blessur wirklich ausgeheilt ist. Im Gegensatz zu den Profis können wir Freizeitläufer ohne Reue Pause machen. Kein Sponsor springt ab, kein Preisgeld oder Startgeld steht auf den Spiel, kein Wettkampf ist unwiederbringlich vorbei. Selbst einen Marathon kann man praktisch immer in kurzer Zeit woanders nachholen.
Auch die Form leidet unter ein oder zwei Wochen Pause nicht. Oft sind Alternativen wie Schwimmen, Krafttraining oder Radfahren möglich. Ich habe auch schon festgestellt, das ich nach einer kurzen Pause zu einer besseren Form gefunden habe.
Die Pause sollte man aber möglichst nicht erst machen, wenn der Knöchel dick ist oder die Sehne ernsthaft entzündet, denn dann dauert es vielleicht länger als es einem lieb ist, bis man wieder die Laufschuhe herausholt. Wir können es uns leisten, auch mal bei einem leisen Zwicken die nächste Trainingseinheit ausfallen zu lassen oder doch zumindest zu verkürzen.
Wenn ich diese schlauen Ratschläge berücksichtigt hätte, dann wäre meine derzeitige Laufpause sicher kürzer geworden. Aber hinterher ist man immer klüger.
Aktuelles zu meiner Pause auf Twitter: http://twitter.com/calle_unterwegs
Pech mit großem P
von unterwegs am 25.09.2010, 0 Kommentar, Permalink, Trackback URL





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