Nachdem ich gestern geschrieben habe, warum Laufen manchmal keinen Spaß macht (sich aber trotzdem lohnt), kommt heute das Kontrastprogramm.
Ich bin wie angekündigt beim Halbmarathon der Nike Winterlaufserie des ASV Duisburg gestartet.
Das Wetter war herrlich: 12°C und manchmal etwas Sonne, wenig Wind. Überhaupt ist das Wetter oft viel besser als sein Ruf. Das merkt man dann, wenn man viel draussen ist, wie beim Laufen.
Ich habe vor dem Start ein paar bekannte Gesichter in der Menge gesehen. Es lässt sich als Läufer kaum vermeiden, andere nette Leute kennenzulernen, selbst wenn man, wie ich, meist alleine läuft.
Die ersten 10 Kilometer bin ich mit Michael von den Ruhrrunnern zusammen gelaufen. Das war nett. Wir haben noch ein paar Späße mit den Läufern von E.ON Ruhrgas gemacht. Bei langen Läufen ist hinten im Feld oft gute Laune angesagt. Niemand läuft dort um irgendwelche Titel zu erringen.
Mit dieser Ablenkung bin ich fast 20 Sekunden pro Kilometer schneller gelaufen als geplant. Ich hatte etwas Sorge, ob ich das durchhalten könnte. Die letzten vier Kilometer bin ich nur noch mit dem Kopf gelaufen. Eine wichtige Erfahrung: Man kann mehr als man sich selbst zutraut.
Das Gefühl im Ziel: Unbeschreiblich. Mehr als eine Minute schneller als die angestrebte „Traumzeit“. Dankbarkeit gegenüber allen Mitläufern, die einen, bewusst oder unbewusst, unterstützt haben. Glücklich über all die Ermahnungen des Trainers zu Hause: Schlafen, Kohlenhydrate essen, Trinken!
Neun Stunden Schlaf später: Kein Muskelkater, keine Blessuren, nicht mal eine Blase am Fuß. Jetzt kann der letzte Abschnitt des Trainings für den Marathon kommen!
PS: Natürlich bin ich wieder unter den letzten 10%. Na und? Ich bin in bester Gesellschaft!
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