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Warum sind wir so treu?

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Die Tina vom Zebra-Blog grübelt gerade, warum zum MSV trotz guter sportlicher Leistungen so wenig Zuschauer kommen. Zum Spitzenspiel gegen Freiburg kamen gerade mal 18.100 Zuschauer in die MSV-Arena.

 

Das "Zebra in der Achterbahn" fragt sich außerdem, warum bei uns immer so viele ins Stadion pilgern, egal, gegen wen oder wie gut oder schlecht der BVB spielt. Stimmt, wir schwatzgelben jammern schließlich bei 70.000 Zuschauern gegen Cottbus schon über akuten Zuschauerschwund.

 

Aber warum ist das so? Bei uns muss nur das Flutlicht angeschaltet werden und schon sind wir da, zigtausendfach. "Wenn im Westfalenstadion der Rasen gemäht wird, stehen hinterher 20 Mann zusammen und erzählen, wie es gewesen ist", hat Max Merkel mal gesagt.

 

Hier mal meine These:

 

Der BVB hat sich sehr früh die fußballerische Vormachtstellung in Dortmund erkämpft. Jedenfalls deutlich vor dem Krieg. Außerdem kommt der BVB aus dem ehemaligen Herzen der Stadt, der Nordstadt. Er war als Verein gleich doppelt verankert: Zum einen bei den Hoeschianern rund um den Borsigplatz, zum anderen im katholischen Millieu, aus dem die Vereinsgründer stammten. Der BVB ist kein Vorortverein. Das sind unsere blauen Nachbarn aus GE zwar, aber deren Stadt ist deutlich kleiner, so dass es dort vielleicht nicht so wichtig ist, aus welchem Stadtteil ein Verein kommt. Außerdem haben die Blauen mit ihren frühen Erfolgen einen Grundstein gelegt.


In Dortmund spielen sicherlich auch die Erfolge in der Nachkriegszeit eine große Rolle bei der Identifikation mit dem Verein. Als die Stadt in Trümmern lag, fuhr der BVB zum Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1949. Zwar verloren die Borussen, aber immerhin. 1956/57 die Doppelmeisterschaft, 1963 die Meisterschaft, dann Pokalsieg, Europacup... das hat die Nachkriegsgeneration an den Verein gebunden.

 

Sind wir mal ehrlich: Der neue Zuschauer-Boom in Dortmund kam dann ja mit dem Westfalenstadion 1974. Vorher hatte Borussia in der zweiten Liga auch nur ein paar tausend Zuschauer bei Krachern gegen Erkenschwick oder so. Dann kam das Stadion, und die Leute hatten endlich wieder einen Grund, zum BVB zu gehen. Ich glaube, das Stadion spielt eine wichtige Rolle, wenn wir zum BVB gehen. Vor allem das alte Westfalenstadion war unser Zuhause. Wichtige Argumente, den Gang ins Stadion zu verweigern, wurden uns genommen: Es zog kaum, es regnete kaum rein - das Wetter als Grund fiel also weg.

 

Der BVB hat sich über all die Jahre den Status eines städtischen Kulturguts erarbeitet. Der Verein gehört zur Stadt wie die Reinoldikirche und der Westenhellweg. Der BVB ist eine Konstante. Stahl - weg. Kohle - weg. Brauereien - fast weg. BVB - nicht wegzukriegen. Auf dem Weg zum Kulturgut haben die Erfolge der Nachkriegszeit sicher geholfen. Aber da muss es noch etwas geben.

 

Was bloß?

 
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