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Hört auf zu jammern!

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Jetzt ist es passiert. Nachdem beim BVB in den letzten Partien immer häufiger über den Schiedsrichter lamentiert wurde, fand die Meckerei am Wochenende ihren vorläufigen Höhepunkt. Ergebnis: Rote Karte für Robert Kovac und möglicherweise zusätzlich eine Sperre für Jürgen Klopp. Mehr als ärgerlich, denn das Lamento über die Schiedsrichterleistungen lenkt nur ab vom eigentlichen Problem.

Keine Frage: Das Strafmaß gegen Robert Kovac ist einmal mehr völlig überzogen und der BVB tat gut daran, die Strafe so nicht akzeptieren zu wollen. Es kann in der Tat nicht sein, dass immer wieder Borussen-Spieler für derartige Exempel herhalten müssen, die Liste an Beispielen ist ohnehin schon lang genug: Povlsen, Möller, Weidenfeller... sie alle wurden für Vergehen gesperrt, die in der Folge nie mehr geahndet wurden.

Trotzdem: Eine Strafe haben sich Robert Kovac und (je nach Wortwahl) auch Jürgen Klopp durch ihr Verhalten selbst zuzuschreiben. Dabei war es fast abzusehen, dass es so kommen würde. Immer häufiger in den letzten Wochen suchten die Borussen die Schuld für liegengebliebene Punkte auch bei den jeweiligen Unparteiischen. Das war manchmal vertretbar, wie im Heimspiel gegen Hannover, wo dem BVB ein klares Tor aberkannt wurde. Manchmal war es grenzwertig, wie gegen Berlin, als man den klaren Elfmeter für die Hertha in Zweifel zog, mindestens aber selbst einen (weitaus weniger klaren) Strafstoß für Schwarzgelb nach angeblichem Chahed-Handspiel einforderte. Und nun der Eklat nach dem Schlusspfiff in Hamburg, obwohl dem Schiedsrichter dort nicht wirklich Vorwürfe zu machen waren. Weil es an entsprechend strittigen Szenen mangelte, verstieg man sich denn auch auf die Länge der Nachspielzeit, was angesichts einer Menge Gnade des Unparteiischen zuvor bei der Gelben Karte gegen Diego Klimowicz schon arg kleinkariert wirkte. Zumal das Anrennen der Schwarzgelben in der Nachspielzeit nicht gerade zielgerichtet erschien. Wenn schon Abschläge derart planlos nach vorne gedroschen werden, dass sie im Toraus des Gegners landen, hätte Dr. Drees wohl genauso gut fünf Minuten nachspielen lassen können, ohne dass die Borussen daraus Kapital geschlagen hätten.

Überhaupt sollte das Kritisieren von Schiedsrichterentscheidungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Borussen gerade in den letzten Partien viele Punkte höchst selbst verbaselt haben, ohne dass es der tatkräftigen Mithilfe des Schiedsrichters bedurfte hätte. Wer aus seiner Überlegenheit keine Torchancen erspielt oder aus Torchancen keine Treffer erzielt, sollte den Fehler zunächst bei sich selbst suchen, anstatt bei anderen.

Zumal Trainer und Mannschaft dergleichen gar nicht nötig haben. Im Vergleich zu den Vorjahren spielt dort unten auf dem Rasen endlich wieder eine Truppe, die Spaß macht und sichtlich engagiert zu Werke geht. Dass sich dabei (noch) nicht alles auch in Toren und Punkten niederschlägt, ist ein kleiner Schönheitsfehler, jedoch kein echter Grund zur Sorge. Die Borussia hat in dieser Spielzeit bislang einen großen Schritt nach vorn getan und wird am Ende auch erfolgreich dastehen, wenn man den Weg konzentriert weitergeht. Stehenzubleiben, um sich über verpasste Chancen oder vermeintlich falsche Schiedsrichterentscheidungen zu ereifern, bringt dagegen rein gar nichts - und macht nebenbei auch nicht sonderlich sympathisch. Friedhelm Funkel lässt grüßen.

Also: Hört auf zu jammern, legt einen Zahn zu und lasst lieber die kommenden Gegner Euren Ärger spüren. Das Rumheulen könnt Ihr getrost den Blauen überlassen. Die können das eh viel besser.

 
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