3:1 in München verloren. Na und?, könnte man fragen. Eine Niederlage bei den Bayern ist ja nicht sooooo außergewöhnlich. Aber mit diesen Begleiterscheinungen tut's schon weh.
Da wäre die frühe Führung durch Nelson Valdez. Unglaublich, wie der den Ball ins Tor gelupft hat. Als ob er noch nie vorbei geschossen hätte.
Die Leistung von Roman Weidenfeller war (fast) tadellos. Es ist schon beinahe tragisch, wenn der Torwart der beste Mann auf dem Platz ist und eine seit langem bei ihm vermitte Klasse-Leistung abruft, und dann doch drei Tore kassiert.
Am ärgerlichsten war allerdings die Halbzeitpause, als Franz Beckenbauer dem Boateng ein absichtliches Foul an Miroslav Klose unterstellen wollte. An dem Vorwurf änderte auch nicht das mehrfache Studium der TV-Bilder, auf denen zu sehen ist, dass Boateng den Blick keineswegs nach unten gerichtet hat, sondern nach vorne schaut, weil sich dort der Ball befindet, den er erreichen muss, um Ribéry am Schuss zu hindern. Nein, der böse Bube bleibt ein böser Bube. Netter Nebeneffekt: Wenn der Kaiser den Boateng an den Pranger stellt, diskutiert Fußball-Deutschland anschließend nicht über Lucios Handspiel im eigenen Strafraum und die doppelte Abseitsstellung beim Ausgleich. Gelungenes Ablenkungsmanöver, Herr Kaiser.
Noch peinlicher als Beckenbauers Ausführungen war allerdings anschließend der TV-KOmmentar von Fritz von Thurn und Taxis. Der hatte Boatengs Aktion gar nicht gesehen, stimmte aber dann in den Tenor mit ein und geißelte die Situation als "abartiges Foul".
Tja, so ist das eben in Fußball-Deutschland. Der Präsident des FC bayern darf live vor Millionen-Publikum einen Spieler des Gegners an den Pranger stellen und bekommt auch noch Zustimmung von einem Vertreter des übertragenden Senders.
Zum Glück hat sich die übrige Presse nicht auf das Spiel aus Süddeutschland eingelassen. Selbst der sonst nicht gerade bayern-kritische Kicker hat Boateng freigesprochen. Schön also, dass diesmal kein Exempel an einem BVB-Spieler statuiert wird.





0 Kommentar