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Der BVB drückt sich vor der Verantwortung

Am 5. September soll es wieder soweit sein: Hunderte von Hohlköpfen werden durch Dortmund marschieren und menschenverachtende Parolen brüllen sowie auf Transparenten vor sich her tragen. Gegen die geplante Nazi-Demo hat sich ein Bündnis gebildet, das auch vom BVB unterstützt wird – allerdings eher halbherzig. Warum eigentlich?

40 Dortmunder Organisationen beteiligen sich mit ihrem Namen und einigen Aktionen am Bündnis gegen die Nazi-Demo, die am 5. September durch die Dortmunder Innenstadt ziehen soll. Darunter etwa der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, der Nazis Unterkunft und Bewirtung vorenthalten möchte. Der BVB steht zwar auch auf der Liste der Unterstützer, wird sich aber nicht aktiv an einer etwaigen Demonstration oder sonstigen Aktionen beteiligen. „Falls die Demo stattfinden sollte, wird Borussia Dortmund als Verein zwar nicht auf die Straße gehen. Aber mit Sicherheit werden unsere Fans einiges auf die Beine stellen“, so BVB-Pressesprecher Josef Schneck in einer Dortmunder Zeitung.

Was heißt das konkret? Will der BVB auf diese Weise seine Fans in die Pflicht nehmen, sich im Zweifel von Nazis die Birne einschlagen zu lassen, während die Vereinsoberen außen vor bleiben und sich mit einem Logo auf einem Plakat geschickt aus der Affäre ziehen? Mit Sicherheit werden Fans von Borussia Dortmund am Tag der Demo mit von der Partie sein, zweifellos auf beiden Seiten.

Umso stärker sollte sich der BVB engagieren. Wer seine Anhänger auffordert, aktiv zu werden, kann sich nicht damit begnügen, auf einem Plakat oder einer Unterschriftenliste zu stehen. Borussia Dortmund ist DAS Aushängeschild der Stadt Dortmund. Es wäre nur logisch, wenn sich der Verein oder die KGaA lautstark und aktiv gegen Nazis in der Stadt einsetzen würden. Reinhard Rauball, Aki Watzke und Jürgen Klopp sind bundesweit bekannt, sie stehen als Persönlichkeiten für den BVB und für Dortmund. Wer kennt außerhalb der Stadt schon Gerhard Langemeyer oder Ulrich Sierau?

Die Verantwortlichen von Borussia Dortmund betonen immer gerne die politische Neutralität des Vereins. Doch bei der Auseinandersetzung mit Rechtsradikalen, geht es längst nicht mehr um Politik, sondern um gesunden Menschenverstand und Zivilcourage. Kommt es tatsächlich zur Nazi-Demo, wird es eine offizielle Gegen-Demo geben. Dort muss Borussia Dortmund ganz klar Flagge zeigen – der Verein, nicht nur die Fans. Wenn Langemeyer oder Sierau oder wer auch immer nach der Kommunalwahl OB unserer Stadt ist, bei einer Gegen-Demo vorneweg marschiert, wäre es mehr als wünschenswert, wenn dort auch die Honoratioren unseres Vereins stünden, um ganz klar zu zeigen: Der BVB gehört zu den Guten.

 
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