Die Schach-WM in Sofia verläuft auf eine Art und Weise, die mir nicht gefällt. Viele Sticheleien an Nebenschauplätzen lenken vom Hauptgeschehen ab. Erst das ganze Hin und Her wegen der Vulkanasche und jetzt geben sich die Kontrahenten nach der Partie nicht die Hand. Leider ist der Ton beim Videostream von der Pressekonferenz auf der offiziellen Seite so mies, das man so gut wie nichts versteht. Dementsprechend muss man warten bis das Video auf ChessVibes veröffentlicht wird. Das dauert aber in der Regel bis zum nächsten Tag.
Veselin Topalov wirkte bei der Pressekonferenz nach der dritten Partie recht verwirrt und gab - kaum hörbar - vor, dass er das "Händeschütteln" einfach vergessen hätte. Kein Wunder, wenn er sich erst an den Schiedsrichter wendet, um seinem Gegner ein Remisangebot zu unterbreiten. Anand nahm den Ball auf und bemerkte süffisant: "Vielleicht müssen wir ab jetzt auch deswegen (das Händeschütteln) den Schiedsrichter fragen."
Der Bulgare war sichtlich angefressen und glaubte nach der Partie an Vorteil, doch Tatsache ist, dass der Weltmeister wie in der zweiten Partie sich in einer technischen Stellung besser zurechtfand und im Endeffekt ein sicheres Remis erreichte. Nach dem desaströsen WM-Beginn ein weiterer kleiner Erfolg für den Inder, der inzwischen in Sofia angekommen ist und einen sichereren Eindruck hinterlässt als sein Herausforderer.
Bezüglich einer Partieanalyse kann ich nur Anish Giris Anmerkungen auf Chessbase empfehlen. Ein guter Zug den jungen Holländer zu engagieren. Das hat Format, was der Kleine da sagt.
Apropos Chessbase. Bezüglich der Liveübertragung haben sie sich mit den Bulgaren angelegt. Während der 3. Partie war durchgehend auf der offiziellen Webseite zu lesen, dass die Hamburger gegen die Liveübertragungsrechte verstoßen hätten. Bin gespannt, wie das weitergeht.





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