Die Ablenkung ist ein taktisches Standardmotiv, das recht häufig vorkommt im Schach. Eine gegnerische Figur wird abgelenkt mit dem Ziel einen spielentscheidenden Vorteil zu erzielen. Sehr häufig kann man dieses Motiv anwenden, wenn der Gegner eine Grundreihenschwäche vorweist. Anbei drei Beispiele. Eins stammt sogar aus meiner eigenen Praxis.
Souleidis,Georgios (2421) - Michaelsen,Nils (2421)
NRW-Liga (3), 04.11.2007
Stellung nach 22...La6:
Schwarz hat eine schwache Grundreihe und deswegen ist folgender Schlag möglich. 23.Dxe5! Schwarz kann den Turm nicht nehmen, da 24.Txd8 mit Matt folgt. Weiß konnte den Mehrbauern im Endspiel verwerten, 1-0 nach 51 Zügen.
Gandrud,Vegar Koi (2124) - Pedersen,Nicolai Kvist Brond (1971)
Copenhagen Chess Challenge Ballerup DEN (5), 08.05.2009
Stellung nach 39...Ld6:
39.b6! Lenkt die Dame von der Verteidigung des Bauern f7 ab. 39...axb6 40.axb6 Dxb6 41.Dxf7+ Der Rest war dank der zwei Mehrbauern einfach für Weiß. 41...Kh6 42.e4 Dc7 43.Df6 De7 44.Dd4 De5 45.Dd2+ g5 46.h4 Kg6 47.hxg5 Dxg5 48.Lf7+ Kf6 49.Dxd6+ Kxf7 50.Dd5+ 1-0
Danilov,Vladimir (2410) - Fakhiridou,Ekaterini (2252)
Open Thessaloniki Thessaloniki GRE (9), 04.05.2009
Stellung nach 26.Te1:
Schwarz steht natürlich komplett auf Gewinn, aber der folgende Ablenkungszug ist sehenswert. 26...Te3! Wegen der Grundreihenschwäche kann sich Weiß auf e3 nicht bedienen und da die weiße Dame kein Feld hat, um weiterhin den Turm auf e1 zu decken, blieb ihm nichts mehr übrig außer aufzugeben. 0-1







