Jump to 0 top | 1 navigation | 2 content | 3 extra information (sidebar) | 4 footer | 5 toolbar


Springe zur Hauptnavigation, zur Suche, zum Inhalt.

Suche
Hauptnavigation

Mit Springer und Läufer den Garaus machen

Eigentlich steht auf diesem Blog die nächste Lektion an. Die letzte liegt schon einige Zeit zurück. Aus aktuellem Anlaß wird aber eine fortgeschrittene dazwischen geschoben. Auf dem Weg zum Schacholymp ist es unerläßlich zu wissen, wie man den nackten gegnerischen König eigentlich Matt setzt, sonst könnte man keine Partie gewinnen. Mit Dame oder Turm ist es recht einfach, nur mit Springer oder Läufer ist es gar nicht erst möglich. Aber mit Springer und Läufer kann man es schaffen.

 

Am Wochenende fand die 12. und 13.Runde der Schachbundesliga statt. Der OSC Baden-Baden sicherte sich zwei Spieltage vor Schluss die Meisterschaft und ausgrechnet der Spanier Francisco Vallejo Pons war der Matchwinner, nachdem er die ganze Saison komplett daneben gegriffen hatte. Am Samstag noch hatte er gegen Katernberg, die Essener verloren deutlich 2:6, als einziger Spieler seines Teams haarsträubend verloren, bevor er am Sonntag beim Stand von 3:4 gegen Mülheim seine letzte noch laufende Partie in Trier unbedingt gewinnen musste, damit Baden-Baden vorzeitig Meister wird.

 

In einem komplizierten Endspiel erspielte er sich eine gewonnene Stellung und musste mit ungefähr zwei Minuten Restbedenkzeit die undankbare Aufgabe erfüllen, mit Springer und Läufer Matt zu setzen. Man muss bedenken, dass dieses Endspiel sehr selten vorkommt. In meiner ganzen Karriere kam ich, zum Glück, noch nicht in den Genuss diese Mattführung zeigen zu müssen.

 

Grob formuliert muss man folgendermaßen vorgehen:
1. Den gegnerischen König an den Rand drängen.
2. Den gegnerischen König in eine Ecke treiben, die der eigene Läufer beherrscht.
3. Dort König und Springer nebeneinander aufstellen.
4. Matt setzen.

 

Dies alles gelang dem Spanier, trotz nervlicher Anspannung, bravourös. Für Mülheim war es trotzdem ein erfolgreiches Wochenende. Als einziges Team in der Bundesliga konnte man dem Meister einen Punkt abtrotzen. Nachdem man am Samstag schon mit 4,5:3,5 gegen Trier gewonnen hatte, steht man nun mit 20 Punkten weiterhin an zweiter Stelle in der Tabelle. Am letzten Spieltag kommt es vor heimischer Kulisse zum entscheidenden Kampf um die Vizemeisterschaft gegen Werder Bremen. Reisepartner Katernberg kann ebenfalls zufrieden sein. Gegen Baden-Baden ging man, für die Zuschauer schön anzusehen, im typischen Katernberger Hurra-Stil unter, konnte sich aber am Sonntag mit einem klaren 5,5:2,5 an Trier schadlos halten.

 

© Logo Schachbundesliga

Genießen sie nun das obige Video mit der großmeisterlichen Mattsetzung. Danach folgt noch ein kurzes Statement vom Spieler selbst, auch zu seinem Fauxpas am Samstag.

 

 

 
Diesen Artikel bookmarken?