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Regeländerungen bei der Olympiade

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Bei der Schacholympiade im November in Dresden wird es erstaunlich einschneidende Veränderungen im Reglement geben. Der Hauptschiedsrichter der im 2-Jahres-Rhythmus ausgetragenen Veranstaltung Ignatius Leong weilte heute in Dresden und überraschte die Anwesenden mit den neuen Beschlüssen der FIDE.



1. Die Nominierungen für die Teams müssen bis zum 12. September abgegeben werden.
2. Vor dem 30. Zug darf kein Remis vereinbart werden.
3. Die Spieler müssen pünktlich zu Partiebeginn am Brett anwesend sein, ansonsten werden sie genullt.

Weitere Neuerungen, die schon vorher beschlossen wurden:

1. Die Rundenanzahl wird von 14 auf 11 reduziert.
2. Beim Klassement sind die Mannschaftspunkte und dann die Brettpunkte entscheidend.
3. Die Damenteams wurden auf vier Spielerinnen aufgestockt.
4. Es darf nur noch ein Ersatzspieler gemeldet werden.

All diese Neuerungen erscheinen sinnvoll. Insbesondere die Unpünktlichkeit vieler Spieler, nervt manchmal gewaltig. Gegenüber Zuschauern und Sponsoren ist das kaum vermittelbar. Diese Änderung wird für einen reibungsloseren Ablauf sorgen. Dem Treiben der frühen Remis ein Ende zu setzen, ist prinzipiell in Ordnung. Allerdings sehe ich Schwierigkeiten in der Durchführbarkeit. Zwei Teams können sich vor Beginn auf ein Unentschieden einigen, so wie das in der Vergangenheit - insbesondere in den letzen Runden - häufig geschah, und einfach "Retortenpartien" spielen, bei denen das Ergebnis vorher feststeht. Bei Mannschaftswettbewerben kann es auch sinnvoll sein, einzelne Bretter früh Remis zu geben. Man darf gespannt sein, wie sich diese Neuerung auf das Verhalten der Verantwortlichen auswirkt. Eine ganz wichtige Verbesserung ist, dass die Mannschaftspunkte vor den Brettpunkten für die Wertung entscheidend sind. Bei einer Olympiade spielt das Losglück einfach eine zu große Rolle und es kann außerdem nicht sein, dass ein Land Olympiasieger wird, obwohl es mehr Mannschaftsniederlagen zu verzeichnen hat als ein anderes.

Mit oder ohne Änderungen darf sich Schachdeutschland auf ein tolles Ereignis im November in Dresden freuen. Ignatius Leong ist jedenfalls mit den Vorbereitungen in der sächsischen Haupstadt überaus zufrieden und erteilte den Organisatoren für ihre Vorbereitungen das Prädikat "ausgezeichnet".

 
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