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Bobby Fischer ist tot

Der exzentrische Amerikaner prägte wie kein Anderer das Schachspiel. Er war schon zu Lebzeiten eine Legende und viele Mythen und Geschichten ranken sich um seinen Namen.

 

In den schwierigen Jugendjahren, er hat nie seinen Vater kennengelernt, erlernte er im Alter von sechs Jahren das Schachspiel und wurde komplett von dieser Welt eingenommen. 1958 erwarb er als 15jähriger den Titel eines Großmeisters, was zu jenen Zeiten eine mehr als außergewöhnliche Leistung war, und widmete sich ausschließlich dem Schachsport.

 

In den folgenden Jahren dominierte er die Szene nach Belieben - seine 6:0 Siege bei den Kandidatenwettkämpfen 1971 gegen Taimanov und Larsen gelten heute noch als Meilenstein - und errang 1972 den Weltmeisterthron durch ein 12,5:8,5 gegen den Russen Boris Spassky in Reykjavik.

 

Dieses Match erhielt durch den Ost-West-Konflikt politische Bedeutung und stand wegen des Verhaltens Fischers kurz vor dem Scheitern. Dank der Überredungskunst und finanzieller Anreize seitens verschiedener Gönner trat er letztendlich an und setzte sich gegen die schachliche Übermacht Russlands durch.

 

Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft verschwand er aber von der Bildfläche und tauchte erst 1992, der Titel war ihm längst aberkannt worden, in einem anderen politischen Krisenherd wieder auf. Mitten im Balkankrieg erhielt er die Offerte eines jugoslawischen Bankiers, um in einem offensichtlich als Propaganda genutzten Match gegen seinen ehemaligen Weggefährten Boris Spassky anzutreten.

 

Er siegte unter großem Medieninteresse mit 17,5:12,5, durfte aber nicht in sein Heimatland zurückreisen, da er gegen das US-Embargo verstoßen hatte. Über verschiedene Stationen in Europa und Japan landete er letztlich 2005 in Island. Am Ort seines größten Erfolges verstarb Robert James Fischer im Alter von 64 Jahren.

 

 

 
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