In den letzten Monaten habe ich mal wieder angefangen ein paar Schachbücher zu lesen. In der Regel tue ich dies parallel, denn Schachbücher begeistern mich schon lange nicht mehr, so dass ich sie in ein paar Tagen verschlingen würde. Also fange ich bei einem an, lasse es in der Ecke liegen und beginne das nächste usw.
"Von London bis Elista"
von Jewgeni Barejew (Kramniks Sekundant in London und Brissago) und Ilja Lewitow liefert einen Blick hinter den Kulissen der drei Weltmeisterschaftskämpfe von Wladimir Kramnik, angefangen von London 2000 bis Elista 2006. Es hat sehr gute Kritiken erhalten und so war ich recht gespannt, ob der Qualität des Buches. Nach ca. 100 Seiten kann ich konstantieren: Es ist viel Gequatsche im Frage-Antwort-Stil und irgendwas Substantielles ist bis dato nicht haften geblieben. Ich bleibe aber dran.
"Wie Bobby Fischer den kalten Krieg gewann"
von den BBC-Autoren David Edmonds und John Eidinow habe ich als Geburtstagsgeschenk von einem guten Freund erhalten. Es ist das Beste, was ich seit langem in den Händen hielt. Es handelt von einem der bedeutendsten Weltmeisterschaftskämpfe der Schachgeschichte zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski. Die Autoren haben sehr tief recherchiert und liefern ein sehr kohärentes Bild vor, während und nach dem Wettkampf. Dabei beschränken sie sich nicht auf das Schachliche sondern analysieren den Wettkampf innerhalb des politischen Hintergrunds der damaligen Zeit. Es kann auch als kurze Biographie über die beiden Spieler angesehen werden. Das Buch ist auch wegen des kurzweiligen Schreibstils der Autoren überaus lesenswert und auch für Nichtschachspieler absolut geeignet, da die Partien nur an der Oberfläche analysiert werden. Einziges kleines Manko: Die schachspezifischen Begriffe wurden ins Deutsche häufig inkorrekt übersetzt.
Jacob Aagard und einige seiner Bücher
: Aagaard ist ein aus Dänemark stammender schottischer Großmeister, der, als er noch Internationaler Meister war, viele Bücher geschrieben hat. Bevor er mit "Quality Chess" seinen eigenen sehr feinen Verlag gründete, der sich eher auf Klasse statt Masse konzentriert, schrieb er u.a. für Everyman Chess vier Bücher mit dem Titel "Excelling at technical chess", "Excelling at positional chess", "Excelling at chess calculation" und "Excelling at combinational play". Diese sind für aufstrebende Schachspieler uneingeschränkt empfehlenswert. Egal welches ich dieser Bücher immer mal zwischendurch aufschlage, um ein paar Aufgaben zu lösen, es ist nie verschwendete Zeit. Die Beispiele sind sehr gut gewählt und dadurch, dass der Autor jahrelang als Trainer tätig war, besitzt er einen reichhaltigen Fundus an Testaufgaben, die durch den steigenden Schwierigkeitsgrad viele Schachspieler ansprechen. Falls man also seine Spielstärke nachhaltig steigern möchte, so sollte man sich diese Bücher zulegen, die mit jeweils knapp über 20 Euro auch die Geldbörse nicht so stark belasten.





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