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Auf ein Neues

Mit der nun beginnenden Saison 2009/2010 findet die Schachbundesliga schon zum 30.Mal hintereinander in dem Modus statt, wie man ihn heute kennt. 16 Teams treffen sich sieben Mal über die Saison verteilt an vier Spielorten und tragen ihre 15 Kämpfe aus. Jeder gegen Jeden bis am Ende der Deutsche Meister und vier Absteiger feststehen.

 

Traditionell stellt der Westen, wie man auf dieser Karte schön sehen kann, die meisten Vertreter aus einem Bundesland: Mülheim, Solingen, Wattenscheid, Katernberg und Emsdetten sind in dieser Saison wieder mit von der Partie. Das ist ein guter Grund, um für mich auf dieser Seite regelmäßig zu berichten, aber ein anderer ist natürlich auch, dass ich für die Schachbundesliga tätig und für den SV Wattenscheid gemeldet bin.

 

Für Wattenscheid? Letztes Jahr spielte ich noch für Katernberg und auch wenn mich schon einige gefragt haben, warum ich den Verein gewechselt habe, so sind die Antworten eher privater Natur. Eine Sache kann ich aber verraten, ich werde plangemäß viel seltener als in der Vergangenheit zum Einsatz kommen und mich auf die Berichterstattung konzentrieren.

 

Zu Beginn der Saison wird an gleich zwei Spielorten im Westen gespielt, Wattenscheid und Solingen. Der "Bochumer" Klub bestreitet gleich drei Kämpfe vor heimischer Kulisse. Ich könnte natürlich selbst etwas dazu schreiben, aber lesen sie einfach mal den Bericht der WAZ Bochum. Ich werde als Chefreporter betitelt, HA. Kleine Korrektur zum Artikel: Anish Giri ist 15 Jahre alt.

In Solingen kommt ab dieser Saison eine Neuerung zum Tragen, die nach der letzten Saison beschlossen wurde. Der Deutsche Meister OSG Baden-Baden und alle am gleichen Spielort beteiligten Mannschaften geben ihre Aufstellung zwei Tage vor den Kämpfen bekannt. Das ist eine für das Schach ungewöhnliche, ja fast schon revolutionäre Maßnahme, die die Attraktivität der Kämpfe für die Zuschauer steigern soll. Gerade bei Baden-Baden, die mit Top Stars gespickt sind, ist es immer von Interesse zu wissen, wer mitspielen wird. Plangemäß veröffentliche ich die Aufstellungen auf der Webseite der Schachbundesliga am Donnerstag Abend vor einem Bundesligawochenende. Es gibt auch weitere Vereine - Katernberg, Eppingen, Bremen, Hamburg - die sich wohl regelmäßig und unabhängig von Baden-Baden so einer Regelung anschließen würden, doch andere Vereine sperren sich noch aus Angst ihre Amateure gegenüber den Profis zu benachteiligen. Dabei ist es völlig unklar aus meiner Sicht, ob jemandem bzw. wem diese Regelung zu Gute kommt.

 

Eine Saison-Prognose, wenn auch knapp, darf in so einem Bericht natürlich nicht fehlen. Mülheim wird um die ersten drei Plätze mitspielen, wenn es richtig gut läuft, kann auch um den Titel gespielt werden, warum nicht? Solingen ist eine starke Truppe, die sich im oberen Tabellendrittel wiederfinden wird. Wattenscheid - zu stark, um abzusteigen, zu schwach, um vorne mitzuspielen - wird einen Mittelfeldplatz belegen. Die Problemkinder sind Katernberg und Emsdetten. Für meinen Ex-Verein wird es darauf ankommen mit einer guten Aufstellung gegen die nominell schwächeren Teams zu punkten. Da die Liga dieses Jahr bezüglich des Abstiegskampfs, außer König Tegel aus Berlin, sehr ausgeglichen besetzt ist, ist fast jeder Kampf von großer Bedeutung. Zu hoffen ist, dass der Ukrainer Andrei Volokitin, der aus Tegernsee zurück zum Team kam, bei dem er dank familiärer Atmosphäre groß geworden ist, das Spitzenbrett so virtuos verteidigt, wie er es ehemals tat. Da man in Essen in den kommenden Jahren auch den Nachwuchs verstärkt fördern möchte, integrierte man den vielversprechenden Jugendlichen Jens Kotainy in den Bundesligakader. Wie oft er oder die talentierte Sarah Hoolt (21) zum Einsatz kommen werden, bleibt abzuwarten. Emsdetten ist nominell ähnlich aufgestellt wie Katernberg, verfügt aber über viele junge Spieler, die sehr ehrgeizig sind und ihrem Zenit noch nicht erreicht haben. Vor allem der 15-jährige Anish Giri wäre hier zu nennen. Dank der guten "Breite" im Team traue ich der Mannschaft zu, sich vorzeitig den Klassenerhalt zu sichern.

Hier die Paarungen mit West-Beteiligung an diesem Wochenende:

Spielort: Aula der Pestalozzi Realschule, Graf-Adolf-Str. 40, 44866 Bochum-Wattenscheid
Freitag, 16. Oktober, 16 Uhr, 7. Runde
SV Wattenscheid - SK Turm Emsdetten
Samstag, 17. Oktober, 14 Uhr, 1. Runde
SV Wattenscheid - Bayern München
SK Turm Emsdetten - Erfurter SK
Sonntag, 18. Oktober, 10 Uhr, 2. Runde
Bayern München - SK Turm Emsdetten
Erfurter SK - SV Wattenscheid

Spielort: Hardwald-Halle Eppingen, Berliner Ring 18/1, 75031 Eppingen
Samstag, 17. Oktober, 14 Uhr, 1. Runde
SC Eppingen - SV Mülheim Nord
SG Trier - SF Katernberg
Sonntag, 18. Oktober, 10 Uhr, 2. Runde
SV Mülheim Nord - SG Trier
SF Katernberg - SC Eppingen

Spielort: Stadtsparkasse, Kölner Str. 68-72, 42651 Solingen
Samstag, 17. Oktober, 14 Uhr, 1. Runde
SG Solingen - OSG Baden-Baden
Sonntag, 18. Oktober, 10 Uhr, 2. Runde
SV Heidelberg Handschuhsheim - SG Solingen

Alle Partien der Schachbundesliga werden wie letztes Jahr live im Internet übertragen. Über die Webseite der Schachbundesliga können sie zu den Spielorten und Partien gelangen. Dieser Service ist kostenlos.

 
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