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Udo Walz: Styling beim Star-Friseur

Es ist 4.20 Uhr an einem eisigen Wintermorgen. Die Haare sitzen – nicht! Sie sind, wie man so schön sagt, elektrisch. Nun gut, sollen sie halt. Haare sind eben Haare, dachte ich bisher jedenfalls. Vielleicht gab es ja bald eine Lösung für mein haariges Problem, denn ich machte mich gerade auf den Weg zu Deutschlands Promi-Friseur Nummer 1: Udo Walz.

 

Wie der wohl so ist? Die Antwort sollte ich bald erfahren. Nachdem ich noch gefühlte hundert Mal klitzekleine Stromstöße durch meinen noch müden Körper gejagt bekommen habe, denn meine Haare waren fleißig und luden sich schnell immer wieder auf, war ich angekommen. In Berlin. Zu meinem Schrecken herrschten auch dort -10 Grad, super. Ich sah wieder aus wie Elektro-Lady.

 

Der Fotograf fand das natürlich alles sehr amüsant und rief mich fortan nur noch „Elektra“ – spitze. Endlich waren wir da, in einer muckelig warmen Arkade. Dort ist der Hauptsalon von Udo Walz. Ich muss zugeben, wir waren etwas zu früh dran, aber draußen herrschten ja auch arktische Temperaturen!

 

Dennoch: Walz begrüßte uns freudestrahlend mit Handschlag, vertröstete uns kurz und entschwand wieder in der Weite seines Salons. Kein Problem, wir waren ja auch zu früh. Doch was jetzt? Den Angestellten beim Haare schnippeln zusehen? Och nö, nicht so spannend. Während ich also erst einmal objektiv gesehen nichts zu tun hatte, ging ich dazu über und beobachtete die Kunden. Wer hier wohl hingeht? Wie teuer das wohl ist? Was erzählen die ihren Friseuren wohl alles?

 

Die Antwort bekam ich überraschend schnell: „Wir sind nicht mehr, wie früher, die Seelentröster der Frauen!“ Udo Walz war aufgetaucht. Nahm sich Zeit, setzte sich zu mir an einen weniger hübschen aber dennoch praktischen weißen Plastiktisch vor dem Salon. Keine Seelentröster? Ja, worüber unterhält man sich denn dann? „Über Restaurants und Kino-Filme“, verrät der Coiffeur. Aha. Wie banal. Naja, in Berlin ist eben alles anders. 

 

Während er so ins Erzählen kam, hatte ich Zeit, ihn genauer zu betrachten. Ich war überrascht, gerade von einem Star-Figaro hätte ich gedacht, er macht sich chic und stylt sich. Aber nichts da! Udo Walz hatte keine Star-Allüren, saß mit seinem Fünf-Tage-Bart vor mir und war total normal angezogen. „Für mich ist es nicht spannend, Stars und Prominente zu frisieren“, sagte er. Ich glaube ihm jedes Wort. Immerhin hat er Hollywood-VIPs gestylt und auch Kanzlerin Angela Merkel gehört zu seinen Kundinnen.  

 

Während Frauen Tag ein, Tag aus mit ihren Haaren kämpfen, wollte ich wissen, wie lange braucht ein Star-Coiffeur eigentlich für eine Hochsteckfrisur. Ups! Falsche Frage? Walz sprang auf, nahm mich bei der Hand, zog mich in den Salon, bugsierte mich auf einen Frisierstuhl, delegierte den Fotografen und sagte zu mir: „Guck auf die Uhr!“ Jawohl, Meister!

 

Plötzlich zupfte er an meinen Haaren, guckte nachdenklich, zauberte aus dem Nichts eine U-förmige Haarspange, zwirbelte sie durch meine widerspenstige Mähne, versprühte Unmengen an Haarspray (was übrigens die meiste Zeit in Anspruch nahm!) und et voilà: ich hatte eine Hochsteckfrisur! Zeit: 1 Minute und 26 Sekunden. Uff. Nicht schlecht.

 

Was Udo Walz über Promi-Frisuren sagt und was er von Dauerwellen hält, gibt es in der nächsten ECHO DER FRAU zu lesen. Sie erscheint am Mittwoch, 6. April 2011!

 


PS: Damit ich nicht weiter als „Elektra“ durch Berlin lief, gab er mir den Tipp: „Was fürs Gesicht gut ist, ist auch für die Haare nicht schlecht.“ Hm, was sollte das jetzt heißen? Walz sah meinen verwirrten Blick und ergänzte: „Etwas Nivea in den Händen verreiben und auf dem Deckhaar verteilen!“ Sprach es und machte es auch gleich.

Foto: Nikola Kuzmanic

 
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