Mist, wie hieß noch der nette Typ, der mir in der Kantine immer das Essen auf den Teller füllt? Christian? Carlos? Carsten?! Ich weiß es nicht, Namen sind wie Schall auch Rauch. Doch das muss nicht sein und eigentlich könnte man sich den Namen einer Person ganz einfach merken, ohne dass man sich stundenlang das Hirn zermartert. Denn das Gedächtnis kann trainiert werden.
Gedächtnistrainer Markus Hofmann verspricht, mit regelmäßigem Training kann ich mir so ziemlich alles merken. Kurzum, ich fahre zu ihm. Zu meinem Erstaunen habe ich anschließend festgestellt, dass ich noch immer Details weiß, die sich in seinem Wohnzimmer befanden: zum Beispiel eine Palme, ein Pezziball, ein Flachbildschirm, ein Krabbelstall, ein Sofa mit riesigen Kissen und bunte Blümchen. Denn dort hatte ich eine Lehrstunde in Sachen Gehirnjogging! Ich musste mir markante Punkte im Raum heraussuchen und sie mit den Stichpunkten belegen, die ich mir merken wollte. Aber auch das Thema Namen kam sehr schnell an die Reihe. So musste ich Christian erst einmal in ein Bild verwandeln. Da der Name Christian wie ein Kreuz klingt, merkte ich mir ein Kreuz. Mit dieser „Brücke“ soll mir der Name später einfallen, wenn ich den Typen aus der Kantine wiedertreffe. Läuft mir irgendwann eine Christina über den Weg, soll ich mir ein Kreuz in der Nacht merken, bei einer Christine dann ein Kreuz im Nebel. Ganz wichtig dabei ist es, sich erst den Namen zu sagen, dann den Namen in ein Bild zu verwandeln und schließlich das Bild mit der Person zu verknüpfen.
Für mich hat sich also der Name Christian auf alle Ewigkeit in ein Kreuz verwandelt. Und was mache ich nun, wenn der Typ in der Kantine doch Carsten heißt? Da muss ich mir wohl etwas Neues überlegen…
Weshalb also Kartoffeln an den Füßen wachsen, die Sahne mit den Knien geschlagen wird und man merkwürdige Armbewegungen machen muss, verrät Markus Hofmann in der nächsten ECHO DER FRAU. Sie erscheint am Mittwoch, 27. April 2011.
Foto: Kerstin Wegener





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