Die milden Temperaturen des bisherigen Januars rufen bereits wieder alle möglichen Fachleute auf den Plan, die wissen, wie sich die Schädlinge in diesem Jahr Verhalten werden. In jedem milden Winter sind sie da, die selbsternannten Experten, die warnen, dass es durch die warmen Temperaturen eine hohe Anzahl Schädlinge geben wird. Natürlich haben sie auch gleich eine einleuchtende Erklärung dafür. Nur bei starkem Frost würde das ungeliebte Ungeziefer auf ein normales Maß reduziert. Bei den immer milderen Wintern würden diese gefährlichen Tiere überleben und über unsere lieben Pflanzen gierig und in Massen herfallen.
Mal ganz ehrlich, wie viel Plagen haben sie denn schon erlebt? Warme Wintertemperaturen sind doch bei uns wirklich nichts Besonders, aber Plagen, ich habe noch keine erlebt. Es gibt mal mehr oder weniger Blattläuse und andere Tiere oder mal mehr oder weniger der verschiedensten Pilzarten. Das war es aber auch schon. Meinen Beobachtungen nach, ist nicht der Winter entscheidend für die Schädlingsentwicklung sondern mehr die Monate von April bis Juni. Hier sorgt eine für Schädlinge günstige Witterung für eine massenhafte Vermehrung.
Überhaupt, was diese winterlichen Warnungen bezwecken sollen, bleibt mir ein Rätsel. Soll ich mir massenweise Gifte in den Schrank stellen, um für alle Fälle gerüstet zu sein? Gut, für die Betreiber von Monokulturen wie Waldbauern, Gartenbauern und Landwirten mögen solche Vorwarnungen vielleicht noch sinnvoll sein. Aber im Ernst, diese können die Witterung meist selbst viel besser einschätzen, als diese Theoretiker.
Als einziger möglicher Grund für diese Hysterieverbreitung fällt mir dann nur noch die Profilierungssucht gewisser Experten ein, die ihr Bild einmal in den Medien sehen möchten.
Womit die ersten Plagegeister des Jahres schon ausgemacht sind.





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