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Der Klimawandel im Garten

Über die Auswirkungen des globalen Klimawandels wird ja nun reichlich spekuliert. Von Palmen auf Sylt bis hin zu Steppenpflanzen in unseren Gärten. Meiner Meinung nach zeigen viele dieser Sensationsmeldungen und Berichte eigentlich nur die Unkenntnis des Verfassers.

 

Der Klimawandel kommt; das ist wohl unbestritten. Wie er aber in den einzelnen Regionen aussehen wird, kann wohl niemand vorhersagen. Da habe ich Meldungen von Erwärmung gelesen und Berichte im TV gesehen,  dass es auch kühler werden könnte, wenn sich der Golfstrom abschwächt. Das System Erde ist so komplex, dass es auch bei der gesamten heutigen Technik noch für lange Zeit unmöglich sein wird, präzise regionale Vorhersagen machen zu können.

Die Tendenz geht in unserem Gebiet wohl dahin, dass die Wetterextreme zunehmen. So viele Wetterrekorde, wie in den letzten Jahren können kein Zufall sein. Meldungen wie trockenster, feuchtester und wärmster Monat seid Wetteraufzeichnung  sind keine Ausnahme mehr, sondern häufig zu hören. Aber was bedeutet das für unseren Garten?

Bisher hat sich die Fachwelt meist aus hysterischen Spekulationen herausgehalten. Nun aber las ich am Wochenende in einer angesehenen Fachzeitschrift einen Artikel über eine Gartenbaufachtagung in Sachsen. „Kommt der mediterrane Garten?“ wurde dort gefragt. Ein Fachmann erzählte altbekannte Dinge über den Klimawandel und kam tatsächlich zu dem Schluss, dass wir hier wohl keine wüstenähnlichen Verhältnisse bekommen. Gut dachte ich, hat sich das Thema ja erledigt. Also was soll der ganze Aufstand. Als ich dann weiter las, traute ich meinen Augen nicht. Frei nach dem Motto, ein wenig Schwatzen ist besser als nichts, erzählte eine Referentin über Pflanzen die zukünftig verwendet werden sollen. Für die nun folgende Liste, von denen die meisten Pflanzen ohnehin schon in unseren Gärten stehen, hatte sie sich den Lebensbereich der „Steppenheide“ heraus gesucht. Hallo, Hallo Frau Referentin –  Was soll der Quatsch?

Der Unsinn wurde schließlich von einem Marketingexperten auf die Spitze getrieben. Er erklärte den Galabauern, dass sie sich in ihrer Marketingstrategie nach den Kundenwünschen zu richten hätten und wenn diese unter dem Eindruck des propagierten Klimawandels, nach diesen Dingen fragten, müsse man es anbieten. „Seriös und zielgerichtet müssen die Kunden angesprochen werden“.

Seriöse finde ich das alles nicht. Viel mehr kann man unserer Umwelt und dem gesamten Berufsstand nicht schaden, als mit solchen hohlen Strategien. Noch für lange Zeit werden unsere heimischen und eingeführten Pflanzen hier leben können und sind außerordentlich wichtig, für unser gesamtes Ökosystem. Alles andere ist absoluter Unsinn. Dies sollte ein seriöser Galabauer vermitteln und nicht Hysterie verbreiten und plötzlich nur noch Steppengärten verkaufen.

Vielleicht werden die Waldbauern von ihren Stangenhölzer Abschied nehmen müssen und wieder richtige Wälder pflanzen. Auch die Landwirte werden sich wohl in der Auswahl ihrer hoch spezialisierten Sorten umstellen müssen. Im Garten sollte man jedoch auch in den nächsten Jahren Ruhe bewahren und als einzige Maßnahme das  machen, was schon lange richtig ist, große Regenwassertanks anlegen, die über mögliche Trockenperioden hinweghelfen.

 
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