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Wer InStyle ist, trägt Größe 36 und hat keine Kinder

Faszinierende Einblicke in das Leben einer Moderedaktion gibt's bei der InStyle: Chefredakteurin Annette Weber erklärt auf der Homepage, warum ihre Mitarbeiterinnen alle gut aussehen und Highheels tragen. Und in einem Panorama-Beitrag erklärt sie, warum sie keine Teilzeit-Mitarbeiterinnen beschäftigen kann. Eine Redaktion ist ja schließlich kein "betreutes Wohnen".

Gesträubte Nackenhaare beim Anblick der Videos auf der Internet-Seite der InStyle. Dass Moderedakteurinnen nicht unbedingt dem Prototypen des Redakteurs in Cordhose und Flicken-Sakko entsprechen, ist klar und auch nicht unbedingt verwunderlich. Modeinteressiert und -bewusst sollte man sicherlich sein. Klar. Aber wie die Einstellungskriterien für das Modemagazin "InStyle" genau aussehen, sind dann schon sehr ernüchternd. Die Mitarbeiter sind "90 Prozent weiblich, 100 Prozent gutaussehend und 110 Prozent stylisch angezogen", heißt es in einem Video, in dem die InStyle-RedaktionEinblicke in die tägliche Konferenz gewährt.

Wenn Mitarbeiterinnen dann Mode präsentieren, müssen sie natürlich auch die perfekten Maße vorweisen, zeigt das Video über den wunderschönen Alltag in der Redaktion. Konfektion 36 ist schon wünschenswert, sonst kann man sich die Mode ja nicht so recht alltagstauglich vorstellen. Da rollen gerade bei den Praktikantinnen "schonmal Tränen", weiß Annette Weber. Aber was muss, dass muss.

Deswegen sieht die Redaktionskonferenz dann auch aus, wie ein Laufsteg. Highheels sind Pflicht. "Wenn Sie in der Mode arbeiten, dann muss man schon sehr stylisch unterwegs sein", sagt die Cheffin, und thront hinter ihrem Schreibtisch. Auf den Designer-Stühlen davor nimmt der "Inner Circle" Platz, die Ressortleiterinnen. Dahinter stehen die, die nicht dazu gehören. Dass Annette Weber den von ihr gesetzten optischen Ansprüchen natürlich nicht selbst genügt, bleibt unerwähnt.

Tja, und dann macht die gute Frau ihre Einstellungen auch noch in einem Panorama-Beitrag der ARD publik. Neben den optischen Vorraussetzungen müssen ihre Mitarbeiterinnen stets 150 Prozent geben. Da passt es natürlich nicht so gut, wenn sie schwanger werden. Anschließend einen Teilzeitjob zu bekommen wäre für die jungen Mütter natürlich praktisch. Nicht jedoch für das Modemagazin. Denn, so Annette Weber: Eine Redaktion sei ja kein "betreutes Wohnen". Traurig.

 
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