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Typhoid Ingeborch

Hallo!


Hier ist wieder mal der Heinz. Denn nachdem es mich letzte Woche brutal mit grippalem Infekt niedergestreckt hat, hat es nun mein geliebtes Weib erwischt und sie zwingt … äh … bittet mich, diesen Eintrag für sie zu unternehmen.


Ich erzähl am besten mal einfach wie es momentan bei uns abläuft. Meine liebe Gattin ist ja sowieso ein bisschen weinerlich, wenn sie krank ist, was glücklicherweise nicht allzu oft vorkommt, aber jetzt kommen ja noch die Hormone hinzu die unser zukünftiger Mitbewohner durch ihren Kreislauf jagt und da erreicht sie wirklich besondere neue Höhen von Nervigkeit.


Nicht nur, dass sie etwa alle zehn Minuten verkündet, dass sie krank ist (Ja, Schatz, der Berg von verrotzten Taschentüchern in der Mülltüte neben dem Bett hat mir schon einen gewissen Hinweis gegeben...), sie wird auch noch überaus zänkisch. Also – mehr als sonst so. Gleichzeitig entwickelt sie sich zu einer Sechsjährigen zurück. Das sieht dann ungefähr wie folgt aus:


Frau I.: „Ich will nicht im Bett bleiben!“

Ich: „Das ist aber gut für dich!“

Frau I.: „Mir ist aber langweilig. Ich will einen Film gucken!“

Ich: „Na gut, komm, ich bring dich auf die Couch, und wir packen dich ein, ich hab dir einen schönen Frauenfilm ("Verrückt nach dir") mitgebracht.“

Frau I.: „Okay.“


Also schleppe ich die gesamte Bettstatt ins Wohnzimmer auf die Couch, die Frau legt sich hin...


Frau I.: „Du musst mich zudecken.“

Ich: „Aber natürlich, mein Hase.“

Frau I.: „Nein, das ist verkehrt rum, die Knöpfe von der Bettdecke müssen nach unten...“

Ich: „Jawohl, mein Hase.“

Frau I.: „Jetzt musst du noch die Decke unter meinen Füßen fest stopfen.“

Ich: „Mach ich doch gerne.“

Frau I.: „Nein, nicht so fest! Ich will die Füße noch bewegen können!“

Ich: „Ist es so recht?“

Frau I.: „Ja, das ist besser.“

Ich: „Kann ich sonst noch was für dich tun?“

Frau I.: „Nein, momentan nicht.“


Kaum habe ich mich hingesetzt (ungelogen, ich habe mich noch nicht mal zurück gelehnt!):


Frau I.: „Würdest du mir ein Glas Cola bringen?“

Ich: „Willst du nicht lieber einen schönen Früchtetee?“

Frau I.: „Nein, ich will Cola.“

Ich: „Aber ...“

Frau I.: „COLA! ICH WILL COLA!!!!“

Ich: „Ist ja gut.“


Dummerweise ist der Tisch zu weit entfernt, als dass mein Herzblatt ihr Glas selbstständig abstellen oder aufnehmen könnte, und festhalten geht natürlich auch nicht, da würde ja die Cola warm werden, weswegen ich alle drei Minuten ihr das Glas vom Tisch reichen, auf ihren winzig kleinen Vogelschluck warten, und das Glas dann wieder zurück auf den Tisch stellen darf.


Frau I.: „Du musst den Kater auf die Couch heben, er will bei mir sein und mich trösten, weil ich krank bin.“

Ich: „Der Kater kann prima alleine auf die Couch hopsen, ich hab schon gesehen, wie er das macht.“

Frau I.: „Er ist ein Baby, er kann das nicht alleine!“

Ich: „Der Kater ist 16 Jahre alt und schon ganz oft alleine auf die Couch gesprungen!“

Frau I.: „Guck ihn dir an, wir er mich hilflos anschaut.“

Kater: *hilflos guck

Ich: „Na gut.“

Frau I.: „Siehst du, der Papa hebt dich hoch.“

Ich: „Ich hoffe unser Kind wird nicht auch so unselbstständig mit 16, dass ich ihn dann noch auf die Couch heben muss, ich bin dann fast 60, da hab ich Rücken.“


Fünf Minuten später:


Frau I.: „Kannst du den Kater woanders hinlegen? Der schnürt mir die Blutzufuhr in den Beinen ab!“

Ich: „Aber du wolltest doch, dass er bei dir liegt?“

Frau I.: „Ja, aber jetzt ist er zu warm. Leg ihn da unten hin.“


Da der Kater diese Zurückweisung weder versteht, noch bereit ist zu akzeptieren, wandert er die nächste Stunde dann alle fünf Minuten von seinem neuen Platz wieder hoch auf seinen alten, wo ich ihn dann wieder hoch nehmen und zurücksetzen muss.


Abschließend noch die eine Sache, die mich total in den Wahnsinn treibt – seit die Prinzessin im Bett liegt hat sie sich angewöhnt mich mit Arbeitsanweisungen voll zu ballern. Dummerweise kann sie nicht abwarten bis ich eine erledigt habe, bevor sie mir die nächste hinterher ruft.


Frau I.: „Du musst die Katzenklos noch sauber machen...“

Ich: „Okay.“

Frau I.: „Und denk dran, dass du mein Paket noch zur Post bringst.“

Ich: „Mach ich.“

Frau I.: „Wenn du schon unterwegs bist kannst du mir noch 'ne Kiwi mitbringen, die haben viel Vitamin C!“

Ich: „Ich schreib's auf!“

Frau I.: „Nimmst du auch den Müll mit?“

Ich: „Jaaaa...“

Frau I.: „Und das Altpapier!“

Ich: „...“

Frau I.: „Das Altglas hab ich dir mit ins Altpapier gepackt.“

Ich: „Wie schön, das ist ja auch viel praktischer, alles in einer Kiste zu haben als beides getrennt.“

Frau I.: „Haben die Katzen schon frisches Wasser gekriegt?“

Ich: „Mach ich, sobald ich die Katzenklos fertig habe...“

Frau I.: „Und vergiss nicht ihnen auch was zu fressen hin zu stellen.“

Ich: „Ist gut.“

Frau I.: „Hast du mein Paket schon weggebracht?“

Ich: „Wann soll ich das gemacht haben? Auf dem Weg von Katzenklo 1 zu Katzenklo 2?“

Frau I.: „Kein Grund schnippisch zu sein!“

Ich: „Ist ja gut.“

Frau I.: „Und vergiss nicht, du musst noch das Programm für mich schreiben!“

Ich: „Ja, da bin ich dran, das dauert aber noch etwas...“

Frau I.: „...und die Rundmail für die Twichtel schreiben...“

Ich: „Wenn ich gewusst hätte, dass das soviel Arbeit bedeutet, hätte ich mir das zweimal überlegt, ob ich das mache...“

Frau I.: „...und du musst noch die Versicherung anrufen...“

Ich: „Heute ist Samstag, da ist keiner da!“

Frau I.: „...und den Rechtsanwalt...“

Ich: „Wenn der was neues hätte, hätte er sich längst gemeldet!“

Frau I.: „...und mir einen Blogbeitrag schreiben!“


… und da sind wir jetzt. Sollte in nächster Zeit hier also nichts stehen, dann liegt es entweder daran, dass ich vor Erschöpfung umgekippt bin oder, dass ich meine Frau aus gesundheitlichen Gründen ins Krankenhaus gebracht habe – in die geschlossene Abteilung!

 
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