sollte hier etwas darüber stehen, wie mich die Deutsche Post auf die Palme brachte. Aber dann werden auf einer Insel 84 Jugendliche erschossen. 84 Leben. Vorbei. Einfach so. Ohne Not. Ohne Mitgefühl. Ohne Grund.
84 Kinder. 84 Mütter. 84 Väter.
Die Überlebenden des Massakers. Die Geschwister, Freunde, Mitschüler, Verwandten, Nachbarn, Bekannten, Lehrer der Opfer. Die Geschwister, Freunde, Mitschüler, Verwandten, Nachbarn, Bekannten, Lehrer der Überlebenden.
Die Helfer, Ärzte, Polizisten, Psychologen, die sich sich um sie kümmern und wiederum deren Familien, Freunde, Bekannte, Nachbarn...
Die Morde- so viele, so schreckliche Morde - werden Folgen haben für sehr viele Menschen, lebenslang. Und sie werden Folgen haben für andere Menschen, die diese Menschen heute noch gar nicht kennen.
Doch es scheint, als beschäftigte man sich auf allen Kanälen mit dem Täter. Mit seinen Motiven. Mit seiner Vorgehensweise. Mit seinen Ansichten. Mit der Einrichtung seines Zimmers. Mit der Kleidung, die er auf seinen Fotos im Internet trägt.
Und Filme tauchen nur Stunden später im Netz auf. Ich will sie nicht sehen. Ich frage mich, wer sie aufgenommen hat und zu welchem Zweck. Ich denke an jenen brennenden Reisebus auf der A2 und an die Vorüberfahrenden, die mit ihren Handys filmten, statt zu helfen oder wenigstens Platz zu machen für diejenigen, die es versuchten.
Und wieder sprechen Leute in Mikrofone, dass "so etwas nie wieder passieren darf". Ja, man muss alles tun, um es Mördern schwer zu machen. Trotzdem: es allen unmöglich machen, das wird man nie können. Man kann nicht allen helfen, nicht zu jemandem zu werden, der Leben nimmt. Einfach so. Ohne Not. Ohne Mitgefühl. Ohne Grund.
Wann wird man je verstehen.





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