Einmal im Jahr gibt datt Bundesinnenmysterium ein dicken Haufen Papier raus, wo „Kriminalstatistik“ drauf steht und ich weiß nich wieso, aber jedes Jahr liegt datt dann bei meine Eltern als Klo-Lektüre auffem Gäste-WC. (Ich war die Einzigste in meine Klasse, die wo schon mit sieben Jahre ein Raub von ein Diebstahl unterscheiden konnte.)
Schon
rein sprachlich erschließen sich einem beim Lesen von diese Berichte
ganz neue Tätigkeitsfelder. Ein Stoßbetrug ist zum Beispiel nich
datt, watt ihr wieder denkt, ihr kleinen Ferkels, sondern eine
"betrügerische Warenerlangung" und die geht so: wir kaufen bei einem
Händler watt – am besten im Internet – und bezahlen auch brav.
Dann kaufen wir mehr bei dem und zahlen wieder ganz brav. Dann kaufen
wir noch viel mehr bei dem und sagen, wir zahlen dieses Mal ein
bissken später, aber – jetzt kommt's - in echt zahlen wir gar
nicht und verticken datt Zeuch wieder – am besten im Internet. datt Geld dafür behalten wir dann und kaufen neues Zeuch bei 'nem anderen Händler, wo uns noch nich kennt und so weiter und so fort.
Oder wusstet ihr schon, watt ein Zechenanschlußraub darstellt? Ich gebe euch ein Hinweis: „Inne meiste Fälle is' der vorherige Genuss von alkoholische Getränke für die Tatausführung von entscheidende Bedeutung.“ Na...? Genau! Erst schön mit dem Kumpel ein saufen gehen und wenn der auffem Nachhauseweg nix mehr peilt, schubsen wir ihn innen Graben und klauen ihm die übrig gebliebene Penunzen ausse Brieftasche. Wenn wir ihn nicht innen Graben schubsen und ihm die Kohle heimlich entwenden, ohne datt er watt merkt, dann ist datt nur ein langweiligen Zechenanschlußdiebstahl. Gibt übrigens auch Diebstähle, wo kein Alkohol für nötich is', wie den klassischen Stempeldiebstahl. Der wird eher selten aufgeklärt und ist bei Ärzten und Beamten beliebt... äh... also in Arztpraxen und Amtsstuben.
Wodran denkt ihr, wenn ihr datt Wort „Verstrickungsbruch“ lest? Wenn ich nich seit viele Jahre regelmäßig bei meine Eltern aufs Klo gehen würde, dann täte ich annen Handarbeitsunterricht inne Grundschule denken. Da mussten wir auch stricken mit sonne blöde Holzliesel und die konnte man auch werfen. Im günstigen Fall anne Wand, wo man datt Holzkreuz treffen konnte, watt genau wie die Liesel sauber in zwei Teile zerbrach. (Also datt der olle Kai-Dietrich mal gemacht, nich ich natürlich, jedenfalls wurde der dafür bestraft.) Is' aber falsch gedacht. Ein Verstrickungsbruch is' nämlich ein Erfolgsdelikt. Hört sich auffen ersten Blick positiv an, datt geht aber dadrum, datt ich zum Beispiel Oppas Taschenuhr verpfändet habe und man mir die nich wiedergeben will, weil ich die Kohle dafür verspielt habe und ich bin sauer und hau' ein paar Mal mit Schmackes mit dem Hammer drauf und dann hat keiner mehr watt vonne Uhr.
Apropos
Pfand. Bei die Pfandkehr kehrt nich einer die Scherben vorm
Leergutautomaten auf (obwohl datt 'ne sehr gute Idee wär), die
dreht sich vielmehr dadrum, datt zum Beispiel der Vermieter die
Wohnungskaution beim Auszuch nich wieder rausrücken will, obwohl er
muss und damit einfach zehn Jahre früher in Rente geht oder datt sonst wie verprasst.
Immer mehr ausse Mode kommt der Großviehdiebstahl, wobei der mit eins vonne wenige Verbrechen is', wo so gut wie fast genauso oft von Frauen begangen wird wie von Männer. Wir haben uns ebent schon als Kind ein Pony gewünscht! Und watt haben wir gekricht? Blöde Ponybücher, strunzlangweilige Malen-nach-Zahlen-Pferdebilder und neue Stricklieseln. Is' doch kein Wunder, datt wir fürs Leben traumatisiert sind und dann als Erwachsene auffe schiefe Bahn komm und man mit uns Pferde stehlen kann!





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