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Horoskop für die Woche vom 9.11.2009 bis 15.11.2009

Es wird kälter draußen, daher erhalten Sie hier in dieser Woche Literaturempfehlungen für Ihre Sofaecke – abgestimmt auf Sie und die Stimmung der Woche, versteht sich. Damit sind wir hier unaufhaltsam auf dem Weg zum anwendbarsten Wochenhoroskop überhaupt. Die Empfehlungen entstanden diesmal in Zusammenarbeit mit Isabel Bogdan – vielen Dank!

 

Widder (20.03. bis 20.04.)

Ihnen ist wieder zupackend und stürmisch zumute. Kleingedrucktes widert Sie an, Sie brauchen es jetzt etwas flotter, drängender, wüster. Damit Sie sich dabei dennoch als kultivierter Mensch tarnen können, empfehlen wir Ihnen Friedrich von Schiller: Die Räuber. Wenn Sie Lesen generell als Zumutung betrachten, können Sie ersatzweise natürlich auch unter der Dusche „Im Wald, da sind die Räuber“ singen.

 

Stier (20.04. bis 21.05.) 

Ihnen ist nach kultiviertem Spaß zumute, es darf ruhig etwas feiner sein, es darf ruhig etwas hermachen, aber ganz so ernst muß es auch nicht sein. Wenn Sie keinen Partner für Rollenspiele mit Prinz und Prinzessin im Bett haben, lesen Sie doch mal wieder Thomas Mann: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

 

Zwilling (22.05. bis 22.06.) 

Sie neigen im Moment ein klein wenig zur Selbstüberschätzung. Besser, Sie lassen das andere nicht so merken, ziehen Sie sich lieber mit einem geeigneten Buch zurück und gucken Sie von Ihrem olympischen Sofa auf die dumme kleine Welt herab. Dazu empfehlen wir Daniel Kehlmann: Kaminski und ich.

 

Krebs (23.06. bis 22.07.)

Sie waren auch schon einmal diskreter, Sie waren auch schon einmal zurückhaltender. Aber bitte, so eine ferkelige Phase kann ja ganz belebend sein, von Zeit zu Zeit. Dazu paßt natürlich Charlotte Roche: Feuchtgebiete.

 

Löwe (23.07. bis 22.08.)

Sie sind sehr spaßorientiert, neigen aber gerade zu Scherzen, die nur Sie selbst erheiternd finden. In sozialer Kompetenz waren Sie zwar noch nie herausragend, aber doch schon einmal etwas fitter als jetzt gerade. Lachen Sie lieber alleine. Dazu paßt Rainald Goetz: Rave.

 

Jungfrau (23.08. bis 22.09.)

Wie niedlich, die Jungfrauen in verspielter Stimmung. Diese neckischen Blicke, diese bewußt eingesetzte Gestik, dieses aufreizende Hüftwiegen – gut machen Sie das. Deutlich, aber kultiviert. Das ist übrigens gar nicht so untypisch für Sie, dieses kultivierte Gehabe, wo es doch eigentlich nur ums Flachlegen geht. Dazu paßt Arthur Schnitzler: Traumnovelle.

 

Waage (23.09. bis 22.10.)
Dieses Gefühl, im komplett falschen Film zu sein, diese leichte Fremdheit auch den bekanntesten Menschen gegenüber, dieses Staunen, worum es denn in dieser Woche bloß gehen mag – geben Sie es einfach auf. Diese Woche ist nicht Ihre, halten Sie sich raus und lesen Sie Seltsames, z.B. Marlen Haushofer: Die Wand.


Skorpion (23.10. bis 22.11.) 

Alles super. Wir empfehlen dazu Astrid Lindgren: Wir Kinder aus Bullerbü. Sie kleines Sonnenscheinchen.

 

Schütze (23.11. bis 22.12.)

Sie sind intellektuell unterfordert, da muß man etwas tun. Sie müssen dickere Bretter bohren, Sie brauchen vernünftige Aufgaben, gehen Sie hin und suchen Sie sich ein paar Berge, die zu versetzen sind. Oder lesen Sie wenigstens etwas für das sportlich ambitionierte Gehirn: Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.


Steinbock (23.12. bis 21.01.)
Sie haben einen kleinen Herbstkoller, und es ist nicht zu leugnen, daß Sie schon einmal vergnügter waren. Das ist nicht schlimm, das geht vorbei, das haben wir bei dem Wetter alle einmal, wir gucken dann nur nicht so griesgrämig wie Sie. Aber auch dafür gibt es passende Lektüre, mit der die ach so schweren Tage schnell vergehen: Leo Perutz: Der Meister des jüngsten Tages.

 

Wassermann (22.01. bis 20.02.)
Sie haben mit der Wirklichkeit gerade nicht allzu viel im Sinn, bzw. noch weniger als sonst. Vielleicht sollten Sie einmal darüber nachdenken, wo das hinführen kann. Vielleicht sollten Sie dazu Patricia Highsmith lesen: Der talentierte Mr. Ripley.


Fische (21.02. bis 19.03.)
Sie waren schon einmal denkfreudiger. Im Moment sind Sie mehr für den einfachen Trost zu haben. Etwas Glühwein, etwas Heizung, eine schöne Decke. Dazu nette Bücher mit freundlichen Tönen, warmen Versprechungen und billigen Rezepten: Simplify your life, Sorge Dich nicht, lebe und wie das alles heißt. Sie verstehen schon.

 
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