[Der Blog-Zugang meines Kollegen Volker funktioniert gerade nicht. Deshalb übernehme ich das Posten seiner Police-Eindrücke:]
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Von Volker Stephan
Das Ziel: Düsseldorf, Rheinstadion. Wenn es denn heute so noch heißen würde. Rein ins Stadion ist auch so eine Sache. Ehe der Wagen geparkt ist, muss ich erst eine Ehrenrunde um die Zufahrt und über den Zubringer drehen. Die Parkplatz-Wächter schaffen es tatsächlich, ein volles Parkfeld nicht abzusperren, sondern Suchverkehr drüberzuleiten und damit zu veräppeln.
Auf dem Weg in die Arena, die heute den Namen einer Fluggesellschaft trägt, und zum Düsseldorfer Konzert der Rock-Helden The Police sind diverse Fragen abzuarbeiten.
Wollen so viele Menschen Karten loswerden, weil abends parallel das erste Spiel der DFB-Elf während der Fußball-Europameisterschaft läuft?
Hätte ich angesichts dessen auf den Vorverkauf verzichten und es auf den heute überaus günstigen Schwarzmarkt ankommen lassen sollen?
Eine klare Antwort gebe ich mir angesichts der 35-Euro-Offerten für eine Karte (offizieller Preis: ab 68 Euro) selbst: Ich werde mich nicht an den Straßenrand stellen und das Police-Ticket mit viel Verlust verticken. Poldi muss es gegen Polen ohne mich richten.
Den Vorverkauf zu meiden hätte ohnehin ins Auge gehen können. Im vergangenen Jahr war nicht damit zu rechnen, dass Sänger und Bassist Sting mit Kehlkopfentzündung die Oktober-Konzerte in Mannheim und Düsseldorf absagen würde. Und dass Düsseldorf ausgerechnet auf den Termin eines Deutschland-Spiels verschoben würde, war noch viel weniger abzusehen.
Zufälle gibt’s.
Eine andere Frage drängt sich auf, als der erste Merchandise-Stand in Sichtweite gerät. Alte Poster, neuaufgelegt, alte Motive auf neuen T-Shirts. Altaltaltaltalt im neuen Gewand. Sting, was gibt’s Neues, lohnt The Police anno 2008 überhaupt?
Und die Kehlkopfentzündung von Sting, wirkt sie nach und schlägt auf die Stimmung? Beim Soundcheck verzichtet der Mann mit der Ausnahmestimme auf eine Mikroprobe und klingt nicht gut, als er sagt: „Das ist die schlechteste Akustik, die ich je erlebt habe.“
Ist das ein gutes Omen für ein Konzert, das möglicherweise das letzte von The Police auf deutschem Boden sein wird? Denn gute Quoten gibt es nicht mehr für die Wette, dass die Briten nach ihrer Trennung 1986, ihrem Comeback 2007 nun wieder für immer auseinander gehen.
Sitzplatz Mitte, vorletzte Reihe, fast ganz oben. Ein Fernglas, ein Königreich für ein Fernglas. Die Arena ist zur Halle mutiert, das Dach ist zu, die Techniker hatten wohl Angst vor instabilem Wetter. In den knapp zwei Stunden Police-Auftritt gewöhnen sich meine Augen doch sehr schnell an die vier Leinwände im Saal, die die drei Winzmänner auf der Bühne um ein Vielfaches vergrößern. Komm ich also doch noch an mein Public Viewing...
Die Lichtwände zaubern eine immer wieder neue Tapete um die Guckkastenbühne. Mit jedem Police-Hit mehr steigt die Stimmung unter den gut 40 000 Fans. Vorletzte Reihe hat auch was Gutes: Nur eine Treppenstufe, und es ist ausgiebig Platz unterm Dach zum Tanzen. So viel Bewegungsfreiheit würde sich die Masse im Innenraum wohl wünschen.
Sting, Schlagzeuger Stewart Copeland und Gitarrist Andy Summers strengen sich an, so wie es ihr Mittelalter erlaubt. Und wenn sie die Menge überhaupt noch für sich gewinnen müssten, wäre es ihnen damit gelungen, als Sting Podolskis Führungstor für Deutschland durchsagt. Es fällt, zum Heulen schön, mitten in dem Song Driven To Tears.
Wer gerne etwas aus der Lebensgeschichte des Trios hören würde oder auf die eine oder andere längere Ansage hofft, wundert sich. Viel mehr als das einleitende „Wir sind ein bisschen spät“, ein Seitenhieb auf den verschobenen Termin, kommt zwischen den Liedern nicht.
Dafür Musik, Musik, Musik. In Erinnerung wird – neben Stings grauem Sechstagebart und allen Gassenhauern – die Spielfreude der drei Polizisten bleiben. Die harte Rock-Version des Rausschmeißers Can’t Stand Losing You etwa oder das ausgedehnte So Lonely. Nicht minder schön die XXL-Version von Roxanne.
Keine Frage: Gut, die Jungs ein Mal im Leben live erlebt zu haben. Auch die Fußball-Wunden sind schon fast verheilt. Stadion-Konzerte in der vorletzten Reihe aber sind wohl nur etwas für die allergrößten Anhänger. Sonst tut’s auch eine Live-DVD. Die hat – gegenüber Düsseldorf – einen besonderen Vorteil: Bild und Ton sind synchronisiert. Beim Konzert am Sonntag war Stings Lippenakrobatik bereits auf den Videowänden zu sehen, als der dazu passende Gesang noch auf sich warten ließ. Er kam mit Verzögerung. Fast wie bei schlechtem Playback. Sting aber sang echt und gut. Soweit ich das von da hinten beruteilen konnte...
Das Konzert in Stücken:
- Message In A Bottle
- Walking On The Moon
- Demolition Man
- Voices Inside My Head/When The World Is Running Down
- Don’t Stand So Close To Me
- Driven To Tears
- Hole In My Life
- Every Little Thing She Does Is Magic
- Wrapped Around Your Finger
- De Do Do Do, De Da Da Da
- Invisible Sun
- Can’t Stand Losing You
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- Roxanne
- King Of Pain
- So Lonely
- Every Breath You Take
- Next To You





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