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Pain Of Salvation ist nicht Lordi - schade

POS

Was Lordi kann, kann ich auch. Das wird sich Daniel Gildenlöw gedacht haben, als er um einen Beitrag für die schwedische Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest gebeten wurde. In Schweden heißt das niedlich "Melodifestivalen" und erinnert damit stark an die hübsche deutsche Bezeichnung "Schlager-Grand Prix" von früher.

Gildenlöw komponierte also für seine Heavy-Prog-Combo Pain Of Salvation den Song Road Salt und wollte damit genauso abräumen wie seinerzeit die Finnen Lordi. Die Maskenträger gewannen 2006 nicht nur die nationale Qualifikation, sondern eroberten dann auch ganz Europa. Finland twelve points, Finlondä dusche poanks noch und nöcher.

Geschichte wiederholt sich nur leider nicht immer, sie ähnelt sich allenfalls leicht. Pain Of Salvation erreichte nach der ersten Runde am 6. Februar nun am gestrigen Samstag immerhin die Trostrunde in Örebro und im schwedischen Fernsehen - genannt andra chansen, zweite Chance. Dabei wurden die beiden letzten von insgesamt zehn Plätzen für den 13. März vergeben, wenn endgültig über den Beitrag Schwedens beim Contest in Norwegen entschieden wird.

Und hier endet der diesjährige Siegeszug des Heavy Metal beim Schlagerbardenmusikfest. Pain Of Salvation spielte auf irgendeine Weise, die sich mir nicht erschließt (eine Art Viertelfinale im K.O.-Gesangssystem), im direkten Duell gegen Pernilla Wahlgren. Die mir unbekannte Dame schien betörend auf die Zuschauer zu wirken, die per Telefon abstimmen durften. Kein Wunder, säuselte sie doch etwas von "Jag vill om du vågar" (Ich will, wenn du es riskierst). Jedenfalls muss Pernilla den Schmalznerv der Voter mehr getroffen haben als Gildenlöws Komposition. Pain Of Salvation schied aus mit Applaus.

Den Prog-Metallern jedenfalls dürfte der doppelte TV-Auftritt wichtiger gewesen sein als der Gesamtsieg beim Eurovision Song Contest. Wie entschuldigt Gildenlöw doch ganz nett die Teilnahme seiner Band:

"This contest is as bound by our contemporary national cultural history as the Olympics, Christmas and resolutions and fireworks on New Year’s. It’s on the level where it doesn’t matter whether you like it or not – you will have a relation to it either way, and it is part of your national legacy. Nearly half the population is watching it on tv. I will repeat that again. Nearly half the population is watching it! That means that whenever you are walking down any random street in Sweden – half of the people you meet will watch you on tv. Any given television show you watch – half of the people in it will watch you on tv. Half of all national celebrities will watch you. And so on. Quite mind boggling I’d say. The gap between my front teeth has never been more disturbing…"

Sowieso hat die Band 2010 andere Ziele. Sie will zwei volle Alben heraus bringen. Die heißen lustigerweise so wie der Melodifestivalen-Beitrag, Road Salt I und II. Genauer: Das erste Album des Jahres soll Road Salt Ivory heißen und im Mai erscheinen.

Aktuell hat POS die EP Linoleum (alles über das deutsche Label InsideOut) auf dem Markt, das Video dazu gibt's hier zu sehen.


Pain Of Salvation gibt's auch hier im Blog:

 
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