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Nirvanas Nachfahren: R2D2 oder 3DGzwo

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Das vorab: Mein Bedarf an Hitparaden-Hardrock ist gedeckt. Die kurzzeitige Vollbedienung gab mir Three Days Grace mit dem 2006er Album One-X, das für die diesjährige Eroberung des europäischen Marktes mit einer DVD aufgepeppt worden ist. Die DVD zeigt in Ausschnitten ein Konzert vom Frühjahr 2008 aus dem Palace in Auburn Hills im US-Staat Michigan.

Das Konzert wird immer wieder unterbrochen von Kurzinterviews mit den vier Bandmitgliedern aus Kanada. Die gesamte DVD, ich wiederhole mich da gerne, ist ein interessantes Bewerbungsschreiben für die Regionen der Welt, die an 3DG bisher wenig Anteil genommen haben. 3DG ist übrigens die hübsche Abkürzung für den Bandnamen, die mich - weil es der zwote Blogbeitrag über die Jungs ist - zu der mindestens ebenso hübschen, aber nahezu sinnfreien Überschrift inspirierte.

Die volle Mehrzweckhalle liefert einen eindrucksvollen Nachweis der Attraktivität solcher Bands, die sich bemühen, die Nachfahren Nirvanas oder der Grunge-Ära werden zu wollen. Ob 3DG dauerhaft das Potenzial dazu hat, muss jeder für sich herausfinden. Der Pop-Faktor bei Songs wie Animal I Have Become, Riot, Get Out Alive oder der Ballade Never Too Late ist enorm hoch und beschreibt eigentlich nur den Effekt, die Masse in einer proppenvollen Halle kollektiv in Schwingung zu bringen.

Nichts anderes ist das Ziel von 3DG, wenn man Schlagzeuger Neil Sanderson Glauben schenken will. Der Band gehe es darum, Songs zu schreiben, die ein Publikum verrückt machen können, sagt er etwa zur Mitte der 80-DVD-Minuten. Dass das nur mit Hits geht und damit einem ganz anderen künstlerischen Anspruch folgt, als das bei anderen Heavy-Combos der Fall ist, weiß Sanderson offenbar selbst. Ohne sich irgendwohin aufs Land zu verziehen und in der Abgeschiedenheit zu komponieren, wie beim Album One-X praktiziert, wird der Nachfolger möglicherweise nicht zum Erfolg werden können.

Vielleicht ist der kommerzielle Druck, dem sich 3DG aussetzt, in Zukunft auch einfach zu hoch. Aber die 1. Liga hat sich die Band ja selbst ausgesucht, den Klassenerhalt zu schaffen, wird - frag nach bei den Fußball-Fans von Borussia Mönchengladbach - kein Zuckerschlecken. Dann musiziert dort mal schön. Hübsch anzusehen sind Konzerte mit abrockenden Menschen in jedem Fall, ganz gleich, ob die Musik - wie von 3DG - für die ziemlich junge Generation mit hohem Frauen-Anteil gemacht ist.

Und ratet mal, ob ich a) jung und b) Frau bin.

Wer möchte, kann meine Vorstellung darüber, wie das 3DG-Publikum im Durchschnitt zusammengesetzt ist, in den kommenden Wochen selbst überprüfen. Bei diesen Tour-Terminen ab dem 22. Oktober:

22. Oktober 2008: Dortmund, Westfalenhalle 3a
26. Oktober 2008: Stuttgart, Porsche Arena
27. Oktober 2008: Köln, Palladium
29. Oktober 2008: Offenbach, Stadthalle
1. November 2008: Berlin, Columbiahalle
2. November 2008: Bremen, Pier 2

 
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