Michael Kiske - Past In Different Ways (CD, 9. Mai 2008)
Past In Different Ways nennt Michael Kiske sein aktuelles Album. Der Sänger und Komponist recycelt damit zehn Stücke aus seiner rund sieben Jahre währenden Zeit als Frontmann der deutschen Power-Metal-Band Helloween, mit der er 1987 und 1988 und dem legendären Zweiteiler Keeper Of The Seven Keys debütierte.
Die aktuelle Scheibe befreit die Metalsongs aber vom Metal und macht aus ihnen Akustikstücke. Weil sich die italienische Plattenfirma Frontiers Records Michael Kiske - Past In Different Ways (CD, 9. Mai 2008)
offenbar in den Kopf gesetzt hat, ausschließlich Promo-CDs mit Stimmeneinblendungen (so genannte "Voice over") herauszugeben ("This is the new record by...") und nur zwei Stücke in ihrer ursprünglichen Form zu belassen, konzentriere ich mich auf diese beiden Songs namens You Always Walk Alone und I Believe.
Das erste Stück stammt ursprünglich vom Album Keeper II (1988) und gibt als Einstiegshilfe in die Scheibe den Ton vor. Wie das bei Akustikalben so ist, wird der rockige Kern eines Liedes freigelegt, wenn er denn einen hat. You Always Walk Alone hat zweifellos einen und wirkt auch in dieser bislang ungekannten Form.
I Believe (von Kiskes letztem Helloween-Album Chameleon, 1993) bietet sich schon aufgrund seiner Länge (7 Minuten 42) als Spielwiese für allerlei akustische Experimente an. Es wird zu einem ausgedehnten atmosphärischen Stück mit Keyboard-Unterstützung, dessen balladesker Refrain einen schönen Abschluss des Klassikers bildet.
Kiskes Stimme irritiert mich ohne untergelegtes hartes Gitarrenbrett gleichwohl ab und an, besonders dann, wenn er hoch singt. Als Tieftöner gefällt er mir hier besser.
Kiske selbst ist offenbar auch hin- und hergerissen mit dieser Art Platte. Er lässt sich zitieren mit den Worten, dass es etwas Unbefriedigendes habe, alte Songs neu aufzunehmen. Weil einige von ihnen eben auch aus sehr enttäuschenden Helloween-Zeiten stammten. Neues Material zu schreiben, sei da viel besser. Allerdings wolle er mit seiner Frühzeit ins Reine kommen und schrieb quasi seine Geschichte nun um. Und immerhin ein neuer Song namens Different Ways hat es ja auch aufs Album geschafft (der wird nur leider auch zugequatscht und von mir ignoriert).





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