Ein Nachruf: GUN Records gibt's bald nicht mehr. Am kommenden Freitag macht die musikalische Heimat solcher Bands wie Guano Apes, H-Blockx, HIM, Within Temptation, Oomph! oder Bullet For My Valentine den Laden dicht.
Grundsätzlich: Die Musikindustrie stirbt schleichend, an allen Ecken und Enden. Mit Ecken und Enden sind auch jene kleinen Plattenfirmen gemeint, die es allein nicht mehr schaffen. Oder jene, die es oft irgendwann in den Schoß eines großen Konzerns geschafft haben - meist auf Kosten der gewohnten Selbstständigkeit.
Eine große Firma im Rücken zu haben, als Geldgeber und/oder Vertriebspartner, mag ja an sich nicht schlecht sein. Allerdings wird bei rückläufigen Erlösen oft und gerne an den vermeintlichen Wasserköpfen herumgedoktert. Wegoperiert werden dann die "Ecken und Enden", jetzt GUN Records, bei dem Klever Progrock-Label InsideOut (u.a. Ayreon und Pain Of Salvation) gab es ähnliche Entwicklungen.
Dort in Kleve sind allerdings ein paar Mitarbeiter von der großen Mutter SPV übrig gelassen worden. In Bochum, dem Sitz von GUN, verlieren alle zwölf Mitarbeiter ihren Job. Dass die Plattenfirma aus dem Pott eine zwischenzeitlich ziemlich erfolgreiche Vergangenheit hatte, wird in den gefühlskalten Pressemitteilungen über die Abwicklung gerne mal vergessen. Von bereits ausgesprochenen Kündigungen wird da von Seiten Sonys gesprochen, von Bedauern nicht, Trauer trägt niemand gerne offen. Wenn er denn welche trägt.
In Bochum war der Wechsel des GUN-Gründers Wolfgang Funk Ende des vergangenen Jahres zu Roadrunner bereits als Zeichen gewertet worden, dass die guten, alten Zeiten endgültig vorbei seien. Sehr schnell folgte nun das endgültige Aus.
Welche von den aktuellen GUN-Bands es in den SonyBMG-Schoß in München schaffen, wird sich weisen. Die alten Ansprechpartner jedenfalls für die Musiker sind weg, Abstimmungsprozesse und Verhandlungsgespräche werden folgen. Und die Musik wird ihre Hörer finden, ganz gleich, welches Label sein Etikett auf die Cover oder (virtuell) auf die Downloads klebt. Nur, wieviele Menschen noch von der Ware Musik ernährt werden können, ist auf Dauer keine unwichtige Frage. Den Entlassenen von dieser Seite aus viel Glück!
GUN, GAU, Gefühlskälte - Das Ende einer Plattenfirma
von VolkerWStephan am 10.02.2009, 0 Kommentar, Permalink, Trackback URL





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