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Erweckungsmusik: Neal Morse - Lifeline

Lifeline Cover




Radiant RecordsNeal Morse

Bekenntisse, Bekehrung, Botschaft







Es ist schon eine Gnade, mit welchen kompositorischen Fähigkeiten der Neo-Prog-Papst ausgestattet ist. Allerdings bedient sich Morse insgesamt sehr stark in seinem eigenen Backkatalog, als dass die CD eine musikalische Entwicklung deutlich machen könnte. Das gerät aber solchen Bands wie AC/DC auch nicht zum Nachteil. Also mag es Menschen freuen oder langweilen: Morse bleibt Morse, wie er singt und betet. Nicht mehr und nicht weniger. Aber eben auch nichts Neues. Freunde der Alben V und Snow von Spock's Beard werden gleichwohl reichlich Erinnerungsstücke auf der neuen CD finden. Lifeline ist eine Art Best-of ohne alte Stücke.

Die Platte

Da ich mich an den jüngeren sanften Liedern von Neal Morse, aus denen das messianische Gott-ist-groß aus jeder Textzeile und jedem Keyboard- und Streichereinsatz förmlich schreit, mehr als satt gehört habe, kann ich Songs wie The Way Home, God's Love, Children Of The Chosen oder Fly High nicht mehr geduldig zu Ende hören. Was nicht daran liegt, dass ich etwas gegen Gläubigkeit hätte. Es langweilt mich bloß, weil ich Liebeslieder - ganz gleich wer der oder die Angebetete ist - nur in Maßen genießen kann. Und die Häufigkeit, mit der Morse sein spirituelles Lieben der Welt verkündet, halte ich für übertrieben und für zu schmalzig. Es ist, was es ist, sagt die Liebe... Vielleicht sollte ich "White Prog" auch einfach nicht mehr in den Player legen.

So würde ich es halten, wenn da nicht die beiden langen Stücke Lifeline und So Many Roads sowie Leviathan, das vergleichsweise härteste auf dem Album, wären. Der Vergleich mit den Transatlantic-Longtracks hinkt ein wenig, weil sie unerreicht bleiben. Für wirklich legitime Nachfolgerstücke der Supergroup mit Mitgliedern von den Flower Kings, Marillion und Dream Theater fehlt Morse meiner Ansicht nach inzwischen der frische Input von außen, von eben jenen Mitstreitern namens Roine Stolt, Pete Trewavas und Mike Portnoy. Wobei der Letztgenannte in treuer Verbundenheit zu Neal Morse erneut fürs Album auf die Trommeln gedroschen hat.

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Unterm Strich

Kann weg
Kann sein, dass ich dafür nicht geschaffen bin
Kann ins Archiv
Kann in Reichweite des Players bleiben
Kann mit in Urlaub
Kann ich nicht genug von kriegen

Die Tour

Neal Morse schlägt gerade in Europa für eine Kurztour auf, ist allerdings ohne seine Studio-Mitmusiker Randy George (Bass) und Mike Portnoy (Schlagzeug) unterwegs, sondern mit spezieller Tourbesetzung. Die beiden Termine in Deutschland sind folgende:

30. Oktober 2008, 19.45 Uhr: Bochum, Zeche
31. Oktober 2008, 20 Uhr: Aschaffenburg, Colos-Saal

In Aschaffenburg hängt Morse, passend zu Allerheiligen, am 1. November ab 19.30 Uhr noch ein Akustikkonzert im Martinusheim dran, mit Gebet und Gottesdienst.

Mehr im Blog...

...über Neal Morse und dessen im Sommer erschienene DVD gibt es in dem Beitrag:

Morse-Zeichen auf DVD - Sola Scriptura And Beyond

 
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