Erneut ein Abgesang auf die klassische Musikindustrie: Musik wird demnächst völlig frei übers Netz zu haben sein - spekulierte Dr. Stefan Glänzer von last.fm auf der next08. Eine völlig neue Kultur der Musik werde entstehen, weil Mobiltelefone das bevorzugte Abspielgerät sein werden. Die Industrie sei deshalb gezwungen, neue Vermarktungswege zu finden. Vorbilder können dabei Musiker sein, die schon jetzt die Möglichkeiten des Netzes nutzen.
Die Thesen von Glänzer sind nicht neu, fassen die aktuellen Entwicklungen aber ganz gut zusammen. Bereits jetzt erarbeiten Konzerne Konzepte für Musik-Flatrates. Im weitesten Sinne kann Musik natürlich schon jetzt jederzeit kostenlos und legal konsumiert werden - und zwar nicht nur passiv übers (Web-)Radio, sondern gezielt und individualisiert über Dienste wie Songza. Nicht zu vergessen YouTube, das mittlerweile eine nahezu unerschöpfliche Klangmasse bietet. Kaum ein (aktueller) Song, der nicht auf dem Videoportal liegt.
Aber ... selbst wenn diese Dienste in Qualität, Schnelligkeit und Verfügbarkeit deutlich besser werden: Werden sie die Platten (auf welchem Datenträger und in welcher Form auch immer) wirklich ersetzen? Werden wir uns tatsächlich damit zufrieden geben, alle Songs immer wieder zusammenzusuchen, die wir hören möchten? Selbst wenn es die Möglichkeit von lokal speicherbaren Streaming-Playlists geben sollte, wird es doch eher eine - vielleicht sogar sinnvolle - Ergänzung zum physisch Greibarem bleiben.
(via Fischmarkt)





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