Aus gegebenem Anlass . Als ich noch eine junge, wilde Bildjournalistin war, bzw. werden wollte, ergab es sich, daß ich bei der Nachrichtenagentur Reuters landete, die gerade eine Wiener Fotoredaktion aufbaute. Und irgendwann 1993 kam die Nachricht rein, daß unser Ex-Bürgermeister von einer Briefbombe verletzt wurde und im Wiener AKH lag. Also nichts wie hin. In Spitalsgängen herumlungern war nicht so meine Spezialiät, aber egal. Die Spitalsverwaltung war so klug, einen Raum zur Verfügung zu stellen und ließ sich ab und an blicken, um neue Wie-geht-es-Zilk-Infos zu verteilen. Sehr langweiliger Job. Tagelang.
Aber dann die Meldung, daß sich Zilk vom Spitalsbett erheben wolle und für eine Pressekonferenz persönlich zur Verfügung stehe. Der Termin wäre eigentlich etwas für die erfahreneren Kollegen bzw. den Chef persönlich gewesen. Aber da ich die Sache die ganze Zeit begleitet hatte, durfte ich. Hurra. Was war ich aufgeregt. Mein Equipment habe ich sorgfältig gepackt und nichts zu Hause gelassen. Viele Filme. Zwei analoge Nikons (FE und FM2) mit Winder, 24mm, 35mm, 50mm, ein 80-200mm glaub ich. Ob ich das 35-70mm schon hatte, weiss ich nicht mehr. Egal. Ein kleiner Metz-Blitz.
Der Raum war voll mit Journalisten und Photographen und Kameraleuten, auch aus dem Ausland. Klein-Godany mit zwei Kameras bewaffnet ganz vorne in guter Position. Zilk kommt mit seiner Frau Dagmar Koller und dem behandelnden Arzt. Ein Film nach dem anderen. Manuell zurückspulen (jaja), neu einlegen. Klickklick. Und dann packt er auf einmal dieses Kreuz aus, hält es mit seiner verbundenen Stummelhand und sagt was Pathetisches von Gott und so. Und hält es lang hoch. Und bei beiden Kameras von Klein-Godany war gerade der Film aus. Wie peinlich. An dieses Bild können sich einige vielleicht noch erinnern. Von mir war es jedenfalls nicht.
Bilder von der PK muss ich noch suchen und irgendwie in den Computer kriegen.





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