Seit nunmehr fast sechs Monaten produzieren fünf Lokalredaktionen der WAZ-Mediengruppe in NRW eigene Webvideos für DerWesten.de.
Also endlich Zeit, ein kleines Zwischenfazit zu ziehen:
Videos sind Bestandteil des redaktionellen Alltags geworden. Mal mehr, mal weniger. Das "weniger" ist nicht den Lokalredaktionen anzulasten. Neben all dem Engagement, der investierten Freizeit und den verbesserten Techniken und Workflows zeigt sich: Ein ernsthaftes Arbeiten mit Video kann im redaktionellen Print-Alltag nur eingeschränkt stattfinden.
Das Produzieren der Zeitungsseiten und das Befüllen der Internetseite fordern die Kollegen zu 110 Prozent. Und gerade Videoproduktion ist nicht mal eben eine Sache für nebenher - so sie denn ein gewisses Maß an Qualität erfüllen soll.
Gleichzeitig hat sich das Video-Angebot im Lokalen etabliert - bei den Lesern und Usern. Pressekonferenzen im Lokalen werden nun neben "Fototermin" auch mit "Videotermin" betitelt. Denn gerade im tiefen Lokalen haben Vereine, Öffentliche und Bürger den Mehrwert erkannt. Web-Videos im lokalen Journalismus gehören zum Pflichtprogramm einer modernen Zeitung.
Über das "Wie" und "Was" wird noch gegrübelt. Nicht alle "Seite 1"-Geschichten taugen für einen Video-Dreh. Oft liegen die Schätze bei den Rand-Themen des Tagesgeschäftes. Das zeigen auch deutlich die Klickzahlen. Die Web-Seher im Internet suchen auch auf Seiten der Tageszeitungen das Besondere. Nicht das Interview mit dem Bürgermeister, sondern die persönliche Geschichte eines Autobauers. Oder eines Radiosammlers.
Videos im Lokalen gewinnen besonders bei "Lese"-Geschichten an Bedeutung. Sie visualisieren die Emotionalität des Textes, geben den Protagonisten nicht nur Gesicht und Stimme, sondern hauchen ihnen auch Leben ein.
Sind die Mühen es also wert? Ein unbedingtes Ja. Ein gelungenes Video ist ein größerer Werbeträger für die Zeitungsmarke als fünf Dutzend Gratis-Abos.





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