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Revolution der Evolution

Am Anfang war der Journalist. Er vermittelte Informationen durch seine Sprache, seine Schriften oder durch seine Bilder. Genauso schnell wie er neue Werkzeuge erfand, wuchs in ihm eine Sorge. Wie soll er all dieses bewältigen? Und so entschied sich der Berufsstand für das revolutionäre Konzept der Arbeitsteilung.

 

Werkzeugkasten

 

Diese Zeiten sind vorbei. Der prall gefüllte Werkzeugkoffer steht in den Redaktionskellern. Unverbesserliche Informations-Handwerker tüfteln zunehmend von der Welt, abgeschottet, an Spezialwerkzeugen für ihre schrumpfende Klientel. Gleichzeitig stürmen junge Visionäre ins Netz. Stellen die althergebrachte Welt auf den Kopf.

 

Mögen große Nachrichtenmagazine auch über die "mangelnde Arbeitsteilung" lamentieren: Der Weg ist unvermeidbar. Der Journalist von Jetzt denkt an seinen Beruf von Morgen. Der Begriff "crossmedial" geht hierbei nicht weit genug. Statt nur die selbe Geschichte für verschiedene Kanäle aufzubereiten, gilt es im Über-Medium Internet, die Geschichte mittels verschiedener Werkzeuge zu erzählen. Aus "crossmedial" wird also "multimedial".

 

Dem Beruf des Videojournalisten ist demnach das gleiche Schicksal beschieden wie dem des Print-Journalisten. Das Selbstverständnis der Monomedialität führt unweigerlich zum Stillstand. Und damit zur Auslöschung des eigenen engen Berufsbildes.

 

Handwerkszeug

 

Zum Handwerkszeug eines zukunftsfähigen Journalisten gehören:

 

1. das Erstellen von Web-Videos

 

2. das Schreiben von ordentlichen Texten

 

3. das Nutzen sozialer Netzwerke im Internet

 

4. ein gewisses Maß an fotografischen Kenntnissen

 

5. das Übertragen von "stationären" Inhalten auf mobile Gegebenheiten (Handy etc.)

 

6. die unmittelbare Interaktion mit den "Kunden"

 

Den seperaten Punkt "Audio" spare ich aus, da dieser im Zeitalter von zunehmenden Bewegtbild nur noch eine Nischenrolle spielen wird.

 

Selbstgewählte Beschränktheit

 

An einigen Journalistenschulen wird diese Erkenntnis bereits vermittelt. Leider ist bei den meisten Chefredakteuren diese Multimedialität noch ein Fremdwort. Ganz im Stile eines Print-Mediums werden multimediale Elemente getrennt. "Video" ist "Video", "Foto" ist "Foto".

 

Das größte Problem liegt hier bei den Obersten selbst: Ich traue keinem Mitglied der Chefredaktion zu, auch nur im geringsten Maße multimedial arbeiten zu können. Warum auch selbst machen? Dafür gibt es doch Spezialisten.

 

Dass diese "Spezialisten" in einem Jahrzehnt den Beruf des monomedialen Chefredakteurs verdrängt haben werden, gehört nicht zum Gedanken-Repertoire.

 

Schade für Manche, umso wertvoller für Andere.

 
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