Uns Lokaljournalisten kann man vieles vorwerfen. Dank Horst Schlämmer weiß jeder RTL-Bildungsbürger, dass wir faul, versoffen und stetig notgeil sind. Aber unser wahres Gesicht kennen sie nicht.
Wir sind die Personifikation des Penisneides.
Halt! Bevor mein Telefon eine Woche nicht aufhört zu bimmeln: Ich meine nicht jeden, neinnein. Und:
Auch ich gehöre dazu.
Träumt nicht jeder Journalist von DER großen Geschichte? Vom Gesicht im Rampenlicht, vom Namen auf der Titelseite? Schlichtweg DER Zampano des investigativen Geschäfts zu sein?
Dieser ungesunde Drang auf die Medien-Bühne ist uns in die Wiege gelegt worden. Zeitung war schon zu meiner Zeit als freier Mitarbeiter total out. Aber der Hennes, der's zum Fernsehen geschafft hat, ja der is wer.
Oh lieber Gott, so reiche den armen Journalisten eine Videokamera und geleite sie auf den heiligen Weg der schier endlosen Reichweite.
Video korrumpiert. Video macht aus ehrbaren Kollegen Mitläufer.
Wer nicht aufpasst, hängt an der Fernseh-Nadel. Und nach kurzer Zeit gesellt sich der jetzt multimediale Journalist zu den anderen Junkies unter der Reichweiten-Brücke.
Wir sind die Personifikation des Reichweitenneids.
Ich sage: Vergesst eure Mediengestalter-Schule, pfeift auf die guten Ratschläge eurer ach so erfolgreichen Fernseh-Freunde. Lacht über altbackene Studien des einzig wahren Rolandbergers.
Sei anders.
Video journalism's anti-aesthetism shortdavid dunkley gyimah





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