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10 Dinge die (journalistische) Webvideos besser machen (können)

1. Kick-In

Nicht nur der Spannungsbogen muss während der gesamten Länge aufrecht erhalten werden. Der Webseher ist wählerisch und entscheidet in den ersten Sekunden ob er dranbleibt oder weiterzappt. Ergo: Die ersten Sekunden sollten den Zuschauer packen. Entweder durch Action, Aufbau einer Erwartungshaltung oder das Stellen einer Frage.

 

2. Kick-Out

Was für den Anfang gilt, muss auch am Ende des Videos beachtet werden. Der Webseher muss für sein Durchhaltevermögen belohnt werden. Ein zufriedener Webseher ist viel eher geneigt, die Kunde vom "netten Video da drüben" weiterzutragen.

 

3. Konflikt

Was wäre das Leben ohne die Gegensätze, das Yin und Yang, das 1 und 0. Erst ein Konflikt macht eine Geschichte interessant. Aber bitte nicht einen Konflikt provozieren.

 

4. Fokus

Einen Aspekt der Geschichte heraussuchen und mit aller Kraft festhalten. Webvideos brauchen nicht die Welt zu erklären, sondern einen Teil.

 

5. Content kills Style

Jedes noch so aufwändig gestaltete Video ist nichts wert, wenn der Inhalt nicht stimmt. Lieber eine Stunde mehr in die Geschichte als in den Dreh der x-ten Einstellungen und den Schnitt investieren. Qualität kommt von innen.

 

6. Der Ton macht das Video

Bewegtbild lebt vom Bild? Ja - und nein. Eindrücke und nicht zuletzt Informationen werden ebenso über den Ton übertragen. Ist dieser arg verrauscht, unverständlich oder schlicht nicht vorhanden, reicht auch ein Schwarzbild zur Desinformation der Webseher.

 

7. Dicke Eier gehören in den Osterkorb

Große Kameras und große Teams machen noch kein gutes Webvideo. Ein Videojournalist als Einzelkämpfer im Bewegtbild-Dschungel ist sein eigener Herr. Von der Idee bis zur Selbstvermarktung des Videos hat er alle Fäden in der Hand. Natürlich muss er auch mit dem Wollknäuel umgehen können.

 

8. Näher dran bitte!

Der Webseher steht auf persönlich gefärbte Videos. Sowohl vom Autor, als auch vom Inhalt. Portraits, Kurz-Dokus und Reportagen lassen den Webseher am Leben eines anderen Menschen teilhaben - ganz wie es das Web2.0-Volk gern hat. Videojournalisten können bei diesen Stilformen ihre Stärken ausspielen: Authentizität, Nähe, die eigene Handschrift.

 

9. Die eigene Handschrift

Warum sind 2:30-Minüter so beliebig? Weil sie jeder macht. Dabei geht es nicht um die Länge des Videos. Ein gutes Webvideo funktioniert immer, egal wie lang es ist. So wie jeder Schreiberling seinen Stil pflegt, sollte jeder Webvideo-Macher unverkennbar sein.

 

10. Let's experiment

Neue Medien erfordern neue Wege. Neue Zuschauerschaften haben neue Bedürfnisse. Noch kennt diese niemand. Und wird es auch nicht. So wie sich das Web stetig weiterentwickelt, muss auch der Webvideo-Journalist immer versuchen, am Puls seiner Webseher zu sein.

 

 

 
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