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Zwischenstopp im Abstiegskampf

Wie ist der Status quo im auch diesjährigen verzweifelten Rennen unseres VfL um den Klassenerhalt? Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Und ist Trainer Heiko Herrlich der richtige Mann am richtigen Ort zur richtigen Zeit, um mit dem Team noch die letzten fünf Punkte, die wahrscheinlich für den Klassenerhalt nötig sind, herauszuquetschen?

 

Aber wie konnte es überhaupt so eng werden? Erinnern wir uns ein paar Wochen zurück. Bochum spielte am 24. Spieltag gegen den Club aus Nürnberg. Am Ende einer zittrigen Partie stand es 0:0, und Bochum hatte nach diesem Spieltag komfortable 9 Punkte Vorsprung auf eben jenen besagten Verein aus Nürnberg auf Platz 16. Die Saison schien, aus Bochumer Sicht, gelaufen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Bochum von allen Teams, die zu jenem Zeitpunkt unten standen, in der Rückrunde die meisten Punkte geholt (11). Die alte Dame aus Berlin ergatterte im gleichen Zeitraum 9, die kriselnden Domstädter 8, Nürnberg 6, Freiburg 2 und Hannover unglaubliche 0 Punkte.

 

Bochum wurde gelobt für seine Effizienz, seine kompakte Defensive. Unser Team kassierte bis dato gerade mal 5 Gegentore. Dazu kamen die zweitbesten Zweikampfwerte unter allen Kellerkindern. Man wunderte sich, zu welchen Leistungen die damalige Truppe, bestehend aus Heerwagen, Concha, Maltritz, Mavraj, Fuchs, Maric, Dabrowski, Prokoph, Holtby, Freier und Sestak, phasenweise fähig war.

Doch ohne den scheinbar von der Mannschaft stets benötigten Druck des drohenden Abstiegs fiel das ganze Team anschließend förmlich in sich zusammen. Die Fortschritte, die Heiko Herrlich den Spielern mühsam eingeimpft hatte, wurden innerhalb von nur zwei Spielen völlig und komplett rückgängig gemacht, inzwischen spielt die Mannschaft auf oder sogar unter dem Niveau, das sie schon unter Ex-Trainer Koller nie hatte. Plötzlich hagelte es Gegentore, einfachste Pässe kamen (wieder) nicht an. Das alles zusammen wäre an sich schon schlimm und erschreckend genug, wenn gleichzeitig nicht oft eine völlige Lustlosigkeit der Spieler auf dem Platz zu beobachten gewesen wäre. Mit Ausnahme des Bremen-Spiels und der ersten Halbzeit in Wolfsburg waren die letzten 5 Spieltage ein Offenbarungseid hinsichtlich der Einstellung eines Großteils der Mannschaft.

 

Ich persönlich empfand gerade die Auftritte gegen Frankfurt und in Freiburg als Arbeitsverweigerung und eigentlich auch als ziemliche Frechheit den eigenen Zuschauern gegenüber. Ich glaube, selbst die Freiburger Fans hatten am Ende Mitleid mit uns Bochumern.

Es geht einfach nicht an, dass eine Bochumer Mannschaft, die am 24. Spieltag noch ca. 5-6 Punkte für den sicheren Klassenerhalt gebraucht hätte, sich dermaßen gehen lässt und anschließend in 5 Spielen gerade mal noch einen einzigen Punkt holt!

 

Zum Vergleich die Konkurrenz: Nürnberg holte 10, Berlin und Hannover 7, Freiburg und Köln 5 Punkte. Der Club holte somit die kompletten 9 Punkte Rückstand auf Bochum auf und überholte uns sogar in der Tabelle.

Was mich allerdings am meisten erschreckte, sind die extrem schlechten Zweikampfwerte, im Schnitt wurden zwischen dem 25. und 29. Spieltag nur noch 44,4% gewonnen, bedeutend weniger als in der ersten Hälfte der Rückrunde – und das ist hauptsächlich Einstellungssache! Hier muss der Trainer ansetzen.

Herrlich wirkte zudem in letzter Zeit öfter glücklos mit den Veränderungen, die er am Team vornahm, gegen Freiburg Maltritz raus, Bönig auf die „6“, Holtby im Sturm, Dedic von Anfang an… das Ergebnis konnte sich in der Tat nicht sehen lassen. Verliert der Trainer jetzt etwa die Nerven, wo eben solche momentan von Nöten wären?

 

Sollte auch dieses Jahr der Klassenerhalt gelingen, müssen jetzt alle zusammenhalten, die Fans, der Trainer und vor allem das Team. Ich nehme den Trainer etwas aus der Kritik, da er die ziemlich undankbare Aufgabe hat, diese emotionslose Truppe noch ein letztes Mal zu motivieren. Es wird, so kurz vor dem Saisonende, keinen neuen Trainer geben – dies sei an alle aufkommenden Herrlich-Kritiker gerichtet. Es wird auch keine neuen Spieler geben. Somit bringt es auch nichts, wenn z.B. die (vorübergehende?) Herausnahme von Maltritz jetzt von einigen gefeiert wird.

Wichtig ist es jetzt, am Sonntag dennoch die Mannschaft anzufeuern, damit sie vielleicht wieder ein wenig an das glaubt, was sie die halbe Rückrunde so stark gemacht hat.

 

Meiner Ansicht nach fehlen noch 5 Punkte aus 5 Spielen zum Klassenerhalt. Irgendwie müssen diese zusammengespielt, -gestümpert oder sonst wie erreicht werden. Ich halte das nach wie vor für wahrscheinlich und machbar. Auch deswegen werde ich Sonntag wieder im Ruhrstadion dabei sein. Glück auf!

 
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