Unglaublich, aber wahr! Nach über einem halben Jahr gelang dem VfL Bochum doch tatsächlich wieder mal ein Sieg, und dann noch zu Hause! Schon allein auf Grund dieser Tatsache müsste man sich den 23. August des Jahres 2010 rot im Kalender anstreichen! Leider lagen dazwischen unbedeutende Kleinigkeiten wie unzählige dumme und mithilfe von Arbeitsverweigerungen „erzielten“ Niederlagen sowie der völlig unnötige Abstieg aus Liga 1 in Liga 2.
Dennoch, was lässt sich aus diesem Spiel festhalten? Zunächst einmal die positiven Dinge: Bochum hat wieder einen Sturm! Die neuen Spieler präsentierten sich ordentlich und ermöglichten phasenweise sogar recht sehenswerte Kombinationen, besonders die zum 1:0 durch Federico oder auch das 2:1 durch Tese. Spielkultur, die man in Bochum seit ungezählten Monaten nicht mehr gesehen hat. Dazu der Beweis, dass man auch mit zwei Stürmern spielen kann – ich persönlich habe Systeme, die mit nur einer Spitze agieren, nie gemocht, da meiner Ansicht nach zu leicht berechenbar.
Auch der kämpferische und läuferische Einsatz stimmte über weite Strecken.
Negativ dagegen, na klar, die Abwehrleistung! Was sich dort vor allem ein Herr Maltritz zusammen stümpern durfte, war schon im negativen Sinne sehenswert. Dazu ein Gegentor direkt verschuldet durch falsches Stellungsspiel. Aber auch über die Außen wurde phasenweise viel zu viel zugelassen, hier sei vor allem die linke Abwehrseite mit Grote genannt. Die Zuordnung bei gegnerischen Angriffen im eigenen 16er stimmte nur in Glücksfällen, ansonsten reagierte das blanke Chaos, vor allem, wenn 1860 einmal schnell spielte (z.B. über Aigler).
Hier hat Trainer Funkel noch viel Arbeit vor sich, definitiv sollte beim nächsten Mal Yahia in die Startelf, Maltritz sollte sich mit dem heutigen Spiel erfolgreich aus der Mannschaft gespielt haben.
Mein Gesamtfazit zu diesem Spiel fällt unter dem Strich positiv aus. Endlich wieder ein Heimsieg gegen allerdings sehr mäßig aufspielende Münchener, die zeitweise eine wahre Fehlpassorgie auf den Platz legten.
Hier noch meine Einzelkritik:
Philipp Heerwagen: Wirkte, wie so oft, bei hohen Bällen und oft auch beim Herauslaufen nicht immer sicher, allerdings schuldlos an den Gegentoren. Note: 4
Björn Kopplin: Machte ein recht ordentliches Spiel auf seiner Abwehrseite, versuchte auch öfter mal, sich nach vorne einzuschalten, trotzdem ab und an mit defensiven Schwächen. Note: 3,5
Marcel Maltritz: Ohne Worte. Der Ex-Kapitän verschuldete ein Gegentor und wirkte auch sonst oft geistig zu langsam. Der kämpferische Einsatz stimmte, aber das galt nahezu für alle Spieler des VfL heute. Note: 5
Mergim Mavraj: Auch er oft mit schlechtem Stellungsspiel und nicht gerade souverän in den Zweikämpfen. Sah beim zweiten Gegentor nicht gut aus, aber das galt da für die gesamte „Abwehr“. Note: 4,5
Dennis Grote: Stand zunächst einigermaßen sicher, aber in Halbzeit 2 wurde er zunehmend zum Schwachpunkt, in den Duellen gegen Aigler zunehmend der Unterlegene. Note: 5
Christoph Dabrowski: Meistens recht solide in den Zweikämpfen, in Sachen Spielgestaltung aber nahezu ein Ausfall. Note: 4
Milos Maric: Licht und Schatten im schnellen Wechsel. Oft gut in der Balleroberung und Ballverteidigung, folgte direkt im Anschluss dann ein katastrophaler Fehlpass. Note: 3,5
Giovanni Federico: Insgesamt ein solider Auftritt, wenn er auch oft über lange Strecken des Spiels untertauchte. War aber immer in der Lage, einen fehlerfreien Pass zu spielen und erzielte dazu ein Tor. Note: 3
Mahir Saglik: Heute schwächster VfL-Offensiver. Zeigte Einsatz, aber vor dem Tor ohne jede Gefahr. Note: 4
Faton Toski: Gefiel mir vor allem in Halbzeit 1 sehr gut. Starke Ballbehauptung und auch gute Pässe, später nachlassend, aber nach 60 Minuten schon müde? Note: 2,5
Chong Tese: Unzweifelhaft der Mann des Abends mit zwei erzielten Toren. Dazu technisch stark und kaum vom Ball zu trennen. Schwächen waren noch bei manchen Pässen und Flanken-Versuchen zu sehen, aber ich hoffe, dass das noch kommt. Weiter so! Note: 1,5
Zlatko Dedic: Kam in der 70. für Saglik. Sein einziger Torschuss war reichlich harmlos, ansonsten „unauffällig“, wie es so schön heißt. Ohne Bewertung.
Marc Pfertzel: Kam für Toski (78.) und schoss immerhin keine größeren Böcke in der Abwehr. Ohne Bewertung.
Paul Freier: Kam für Kopplin in der 81. und half dem überforderten Grote erfolgreich, die linke Abwehrseite etwas dichter zu bekommen. Ebenfalls ohne Bewertung.





0 Kommentar