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Rettung? Relegation? Abstieg? - 5 Thesen vor 5 Endspielen

Fast schon unheimlich, wie sehr die dramatisch absteigende Formkurve des VfL an die letzten Spiele der Saison 2008/2009 erinnert. Seinerzeit sah es nach einem 3-0 in Sinsheim am 27. Spieltag nach einer ruhigen Restspielzeit aus. Es folgten fünf Niederlagen in Serie und dann der Befreiungsschlag gegen Frankfurt. Ein Jahr später hat der VfL mit einem Punktgewinn in Freiburg die jüngste Negativserie vorerst gestoppt. Zumindest auf dem Papier. Sportlich hingegen taumeln unsere Jungs dem Abstieg entgegen.

 

Hier kommen - fünf Runden vor Schluss - fünf Thesen zur aktuellen Verfassung des blau-weißen Patienten:

 

1. Mit einer Leistung wie in Freiburg haben wir in Liga 1 nichts verloren.

 

Nur hinten drin stehen, verteidigen, kämpfen und reagieren: Freiburg war ein Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten. Die bis dato schlechteste Heimmannschaft der Liga erarbeitete sich gegen uns 11 Torchancen, 10 Ecken, 44 Flanken, aber nur ein Tor (Quelle: kicker). Unsere Verteidigung war löchrig, die Offensive nicht existent und der Punkt ein Geschenk des Himmels. Von der Kompaktheit vergangener Tage war rein gar nichts mehr zu sehen. In dieser Form ist der VfL der zurzeit schwächste Erstligist. Mit Abstand.

 

2. Die Lage ist bedrohlich, aber (noch) nicht dramatisch.

 

Einerseits schmilzt das Punktepolster weiter und die Lage verschärft sich. Die letzten vier Mannschaften rücken zusammen und sogar die irre Tante Hertha atmet wieder selbstständig. Andererseits ist der VfL in der vergleichsweise komfortablen Situation, sich aus eigener Kraft retten zu können. Dafür müsste er natürlich mal wieder dreifach punkten. Die Chancen hierfür sind kurzfristig so schlecht nicht: Der HSV hat sich in den letzten Wochen in der Liga selbst entzaubert und ist alles andere als ein übermächtiger Gegner. Auch in Köln sollte was gehen und am Ende haben wir noch ein potenzielles Abstiegsendspiel gegen 96 in der Hinterhand. Sollte es trotzdem nicht reichen, hätten wir es auch nicht verdient.

 

3. Gegen den HSV sollte Herrlich endlich das Duo Bönig (def.)/Fuchs (off.) ausprobieren.

 

Christian Fuchs ist kein Verteidiger. Und wird es wohl auch nicht mehr werden. Seine Pippo_vs_Osna

besten Szenen hatte er in Freiburg mal wieder in der Offensive. Unverständlich, warum Herrlich den gelernten Sechser Johansson gegen den SC zunächst draußen ließ und BönigPippo_vs_Osna ungewohnterweise vor der Abwehr spielen musste. Gegen Hamburg sollte Herrlich das "Kampfschwein" Bönig hinten links verteidigen lassen und Fuchs ins Mittelfeld vorziehen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich erinnere nur an den großen Auftritt, den Bönig in der vergangenen Saison gegen Frankfurt hatte. Pippo ist zwar spielerisch limitiert, kämpft jedoch bis zum Umfallen und ist einer der letzten Typen, die der VfL noch hat.

 

4. Relegationsspiele gegen den FC St. Pauli wären (m)ein Albtraum.

 

Für den neutralen Zuschauer ist die Relegation sicher eine spannende Angelegenheit. Zwei Teams kämpfen in zwei Spielen um den Erfolg einer ganzen Saison. Auch wenn Millerntor_Pauli_vs_HRO

Millerntor_Pauli_vs_HRO zwei Endspiele besser als ein direkter Abstieg sind, würde ich gerne auf diesen existenziellen Kick verzichten. Insbesondere dann, wenn es gegen mein 1b-Lieblingsteam vom Kiez gehen sollte. Dieses Duell wünsche ich mir in der nächsten Saison. Und zwar in der 1. Liga. Genau wie der VfL hat es auch Pauli weiterhin selbst in der Hand. Ein Sieg am Montag gegen Augsburg und der direkte Aufstieg ist in greifbarer Nähe. In diesem Sinne: Forza St. Pauli!

 

5. Ob Abstieg oder Klassenerhalt: Das aktuelle VfL-Team hat die Zukunft bereits hinter sich.

 

Kurzfristig kann es für den VfL allein darum gehen, den Klassenerhalt zu sichern. Irgendwie. Wenn es sein muss, dann eben über die Relegation. Nach Ende der Saison ist eine nachhaltige Renovierung des Kaders unumgänglich. Einerseits sind es ältere Spieler wie Maltritz, Freier, Hashemian und Dabrowski, die - trotz aller Verdienste - ihren Leistungszenit längst überschritten haben und nur noch mit Abstrichen erstligatauglich sind. Andererseits sollte sich der VfL von Spielern wie Concha, Pfertzel, Azaouagh und Grote trennen, die sich nie richtig durchgesetzt haben. Es kommt also viel Arbeit auf Herrlich und Ernst zu, die ein vollkommen neues Team aufbauen müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Aufbauarbeit nicht mit einem Abstieg zusammenfällt.

 

 
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