Die emotionale Berg- und Talfahrt für die Fans des VfL Bochums setzt sich auch in dieser Saison mit atemberaubendem Tempo fort. Inzwischen stecken den Anhängern zwei Trainer-Wechsel, drei Derby-Niederlagen plus unerklärliche Leistungsverweigerungen der Spieler, vor allem Auswärts, in den Knochen.
Ich persönlich war vor allem nach der letzten Niederlage gegen Frankfurt tief schockiert, hätte ich mir doch niemals vorstellen können, dass das Team seinen neuen Trainer so dermaßen würde hängen lassen.
Auch von mir wurde die „Leistung“, die gegen Frankfurt abgeliefert wurde, als bodenlose Frechheit empfunden.
Unverständlich blieb mir allerdings bis jetzt, wieso Herrlich ausgerechnet diejenigen Spieler brachte, die in den letzten Spielen eher blass geblieben waren. Da wären namentlich zu nennen Maltritz, Fuchs und Dabrowski, als Zugabe dann noch Spieler, die bis jetzt ihre Tauglichkeit für die erste Mannschaft schuldig blieben, hier sind Grote und Dedic zu nennen. Inzwischen scheint es recht egal zu sein, unter welchem Trainer die Mannschaft spielt, 3-4 Totalausfälle sind leider fast in jedem Spiel zu reklamieren.
Wobei es zum Beispiel ein Marcel Maltritz extra schwer hat dadurch, dass die Fans seine oftmals großspurigen oder ungeschickten Kommentare aus der Vergangenheit nicht vergessen haben. Der Kapitän ist sowieso ein Musterbeispiel für die oft heftig schwankenden Leistungen des VfL in dieser Saison, vom Held zum Depp und umgekehrt.
Auffallend ist aber, dass es in der Mannschaft zurzeit an festen Hierarchien zu fehlen scheint, ein gesichtsloser Einheitsbrei, in dem momentan keiner in der Lage zu sein scheint, auf dem Platz das Heft des Handelns, sei es in kämpferischer oder spielgestaltender Hinsicht, zu übernehmen.
Nun geht es also gegen den Tabellen-13. aus Freiburg. Der Sportclub hatte in dieser Saison bereits einige heftige Niederlagen zu verkraften, dennoch hatte man nie das Gefühl, dass das Team sich aufgegeben hätte, oder die Moral angeknackst wäre. Zudem zeigen die Freiburger oftmals gepflegten Fußball, der allerdings oftmals am „Karlsruhe-Effekt“ der mangelnden Durchschlagskraft im Sturm zugrunde geht. Dennoch stehen für die Breisgauer zuletzt vier Niederlagen am Stück auf dem Zettel.
Dennoch könnte es ein torreiches Spiel werden. Es spielen schließlich die zweitschlechtesten Abwehrreihen der Liga gegeneinander, beide Teams kassierten bereits 23 Gegentore, nur Berlin war mit 25 schlechter.
Ich bin wirklich gespannt, wer nach der Verletzung Yahias in der Bochumer Abwehr spielen wird, die ja inzwischen fast als das Hauptsorgenkind des VfL gilt.
Übrigens finde ich es interessant, dass oft kritisiert wird, das Team würde zu oft mit langen Bällen arbeiten – es ist doch kein Wunder, wenn sich nie jemand freiläuft, wo sollte dann ein etwaiger Pass hin? Was auch die hohe Fehlpassquote teilweise mit erklärt. Das oft schwache Zweikampfverhalten allerdings nicht...
Tja, und da dachte man, die letzte, unglaublich schlechte Hinrunde könnte nicht mehr überboten werden. Wenn allerdings inzwischen schon in sechs Spielen unter drei Trainern eine Nicht-Leistung abgeliefert wird, dann fragt man sich echt, ob mit dieser Mannschaft noch etwas zu retten ist. Auf den Einsatz von Jugendspielern hoffe ich wohl leider auch am Samstag vergeblich.
Wobei Freiburg ein schlagbarer Gegner ist. Allerdings nicht mit einer Leistung wie in Frankfurt...





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