Was für ein Ärger! Trotz Überlegenheit und engagierter Spielweise stand unser VfL bei Abpfiff erneut mit leeren Händen da. Neben Pech und Unvermögen beim Abschluss, hatte heuer auch Schiedsrichter Brych seinen Anteil am Freiburger Auswärtssieg. Einem Kopfballtor von Klimowicz verweigerte er wegen vermeintlichem Abseits die Anerkennung, dem 2:1 durch Reisinger ging ein Handspiel im Strafraum der Breisgauer voraus. Wie ist das mit dem fehlenden Glück und dem sich dazu gesellenden Pech?
Die Einzelkritik
Heerwagen: Bei Flankenbällen zeigte unsere Nummer Eins erneut Unsicherheiten, seine fußballerischen Qualitäten tendieren auch in Richtung zweite Liga. Anatomisch fragwürdig, selbst stupide Befreiungsschläge mit der Innenseite zu spielen. Note 4
Concha: Hatte zu Beginn des zweiten Durchgangs Probleme mit dem antrittsschnellen Cha, doch als der auf die rechte Seite wechselte, näherte sich der Schwede wieder dem Niveau seiner Mannschaftskollegen an. Die Vorstöße endeten – im Gegensatz zum Frankfurt-Spiel – seltener mit einem Ballverlust, wenngleich Concha kaum brauchbare Flanken anbringen konnte. Note 3,5
Pfertzel: Hatte mit den biederen Freiburger Angreifern keine größeren Probleme, spielte in der ersten Hälfte jedoch zu häufig und verfrüht den langen Ball in die Spitze. Dabei wäre die Alternativlösung „Kurzpass“ am heutigen Nachmittag erfolgversprechener gewesen. Konzentrierte sich in der Defensive auf die ihm zugeteilte Aufgabe und erledigte diese zumeist solide. Note 3,5
Mavraj: Bis zur 90. Minute galt für ihn ähnliches wie für Innenverteidigerpartner Pfertzel, doch beim letzten Freiburger Konter musste Mavraj seinen Gegenspieler Reisinger einfach „umhauen“ und die rote Karte zum Wohle der gesamten Mannschaft riskieren. Leider genoss in dieser Szene der persönliche Egoismus gegenüber dem Teamgeist Priorität. Mit einer solchen Einstellung ist im Profifußball nicht viel zu gewinnen. Note 5
Grote: Überraschend als Linksverteidiger aufgeboten, konnte Grote alle Kritiker überzeugen und zu einem der stärksten Bochumer avancieren. Rettete in der ersten Viertelstunde nach Wiederanpfiff zweimal in höchster Note und leitete mit einem clevern Pass in den Lauf von Dedic den Ausgleich ein. Note 2
Imhof: Der wieder genesene Dauerläufer spielte sein taktisches Geschick aus und stellte die Passwege geschickt zu. Die Spieleröffnung geriet deutlich nervenschonender als jüngst bei Dabrowski. Schade nur, dass sich Imhof durch ein dummes Foul und die daraus resultierende gelbe Karte Mitte der ersten Hälfte selbst unter Druck setzte. Hätte ansonsten in der hektischen Schlussphase so manchen Freiburger Konter energischer attackieren können. Note 3,5
Johansson: Langsamer und weniger laufstark als Imhof, doch immerhin ohne größere Schwächen im Spielaufbau. Spielte zumeist den einfachen, sicheren Ball, was angesichts der zuletzt offenbarten Fehlpassquote wohl die richtige Entscheidung war. Ist immer dann stark, wenn es um Tempodrosselung geht. Könnte auf Dauer eine gute Ergänzung zu Imhof werden. Note 4
Dedic: Der Slowene kam über die linke Seite, arbeitete als leicht vorgezogener Mittelfeldspieler zumindest in den ersten 45 Minuten gut nach hinten. Konzentrierte sich im weiteren Spielverlauf rein auf die Offensive, bereitete das 1:1 vor und hatte bei zwei guten Flanken das Pech, keinen Abnehmer zu finden. Eine positive Überraschung – Note 2,5
Sestak: Hatte im rechten Mittelfeld mehr Ballkontakte als vergangene Woche in Frankfurt, wo er im Angriff vergeblich auf Zuspiele seiner Mitspieler wartete. Setzte speziell kurz vor der Pause Akzente, provozierte Fouls und gewann Eins- gegen Eins-Duelle. Tauchte zwischen der 45. und 75. Minute ab, als der VfL seine Angriffe bevorzugt über die linke Seite vortrug. Wachte in der Schlussviertelstunde auf, hatte aber kein Glück bei seinen schwachen Flanken. Note 3
Azaouagh: Sehr bemüht, mit einem enormen Aktionsradius ausgestattet, doch als zurückgezogener Stürmer hinter Klimowicz oft zu eigensinnig und ballverliebt. Gab dennoch nicht auf, ging hohes Risiko und sorgte für einige Überraschungsmomente. Ohne Konzentration im Abschluss und bei grausamen Eckbällen. Note 4
Klimowicz: Unser alternder Sturmtank kaprizierte eine gehörige Portion Mitleid auf sich, als er in der ersten Hälfte alleingelassen zum Pressing ansetzte, mangels Unterstützung jedoch stets zwischen drei Freiburgern umher rannte, ohne auch nur die geringste Aussicht auf Erfolg zu haben. Später lief es dann besser: Klimo markierte das 1:1, traf aus fälschlicherweise zurückgepfiffener Abseitsposition zur Führung und haute seinen Körper in jeden Zweikampf. Note 3





0 Kommentar