Nach der Länderspielpause geht es nun an diesem Wochenende also weiter mit der Bundesliga. Wie bereits bekannt, gestalteten sich die WM-Qualifikationsspiele zumindest für die Bochumer Dedic und Yahia sehr erfolgreich. Nun könnte man also als Bochumer Fan darauf hoffen, dass zumindest diese beiden Spieler für den Auftritt gegen die Hansestädter am Sonntag mehr als motiviert sein dürften. Oder stecken sie sich wieder an der Bochumer Tristesse dieser Spielzeit an? An der oft wenig bis gar nicht vorhandenen Spielfreude, die die Mannschaft des VfL dieser Tage versprüht?
Es wäre nicht zu wünschen, steht die Bochumer Mannschaft am 13. Spieltag nach bisher mageren 8 Punkten und zuletzt vier Niederlagen am Stück bereits (mal wieder) mit dem Rücken zur Wand und auf Platz 17. Dreht man die Uhren um ca. ein Jahr zurück, auf eben jenen 13. Spieltag, so erkennt man, dass damals um den VfL nicht wirklich besser bestellt stand. Damals wurde ein Punkt in Hannover ergattert, auf der Habenseite standen nach diesem Spiel ganze 10 Punkte – aber damit schon zwei Punkte mehr, als in dieser Hinrunde bislang erreicht werden konnten.
Das Torverhältnis damals betrug übrigen 15:20, nicht berauschend, aber auch hier ist in dieser Spielzeit ein Abwärtstrend zu verzeichnen, vor dem Sonntagspiel steht es hier 12:25. Die Baustellen sind altbekannt, doch seit der vergangenen Saison wurde ja bekanntlich daran nichts geändert. Die Stürmer hängen, mangels eines kreativen Mittelfeldspielers, der auch mal häufiger als alle fünf Spiele in der Lage ist, einen tödlichen Pass zu spielen, oftmals in der Luft. Mit Klimowicz hat man zudem zwar einen Spieler, der immer mal für die eine oder andere Bude gut ist, dafür allerdings nicht mit der größten Schnelligkeit gesegnet ist. Und da Bochum eher selten in der Lage ist, das Spiel selbst zu gestalten, hat es auch Diego öfter mal schwer.
Dasselbe Problem entsteht allerdings auch, wenn z.B. schnelle Leute wie Sestak und Dedic vorne spielen, auch sie sind auf präzise Zuspiele aus dem Mittelfeld angewiesen. Die offensiven Außenspieler sah ich seltsamerweise als noch das kleinste Problem an, da zumindest im letzten Spiel auf dem linken Flügel mit Grote/Dedic ein recht gut zu funktionierendes Team zu spielen schien. Und ob Freier wirklich auf rechts zu recht nicht berücksichtig wird zurzeit... da kann man wohl wirklich nur Trainer Herrlich vertrauen.
Die Abwehr ist zurzeit das größte Sorgenkind. Inzwischen scheint es fast egal zu sein, wer dort antritt, irgendjemand machte zuletzt in jedem Spiel einen oder gleich mehrere entscheidende Fehler (Mavraj, Maltritz, Fuchs, usw.).
Da in den Testspielen auch die Nachwuchsspieler nicht eben zu überzeugen schienen, wird wohl auch am Sonntag die alte Versagertruppe auf dem Platz stehen. Nachdem es in den Medien die letzten Tage nach dem Test gegen Charelroi wieder einmal spitzzüngige Kommentare gegen das „gehässige“ Verhalten der Bochumer Fans, die Tore des Gegners im besagten Spiel angeblich bejubelten, kann ich hierzu nur sagen: irgendwann ist auch bei den Fans die Schmerzgrenze erreicht.
Und in dieser Saison musste man als Bochum-Fan schon wirklich einiges aushalten. Blamable Auswärtsauftritte, drei Derby-Niederlagen, mehrere Auftritte, die man nur noch als „Arbeitsverweigerung“ betrachten konnte. Da frage zumindest ich mich, wieso ich dann trotzdem alle zwei Wochen brav ins Ruhrstadion traben sollte, um den limitierten und oftmals auch noch lustlosen Haufen auf dem Platz dann auch noch anzufeuern.
Wenn ich schon dachte, die letzte Hinrunde wäre in Sachen Schlechtigkeit nicht mehr zu toppen gewesen, werde ich nunmehr in dieser Spielzeit eines besseren belehrt. Allerdings hätte ich darauf gut und gerne verzichten können.
Wenn diese Truppe, die zudem die älteste der Liga ist, wirklich so limitiert ist, dass nicht einmal einfachste Fußball-„Basics“ mehr beherrscht werden, dann beneide ich Heiko Herrlich wirklich nicht um seine Aufgabe. Sollte allerdings der Vorstand wieder der Ansicht sein, der vorhandene Kader würde für den Klassenerhalt ausreichen, und im Winter erneut auf Verstärkungen verzichten, dann sollten sich die Herrschaften „da oben“ auch mal überlegen, welcher wirtschaftlicher Schaden dem VfL durch einen Abstieg entstehen würde...
Jedenfalls sollte wenigstens seitens der Mannschaft versucht werden, in Hamburg so etwas wie „Gegenwehr“ zu leisten – damit sichern die Spieler schließlich auch irgendwie ihren eigenen Arbeitsplatz. Wenn sie das nicht können, oder vor allem auch nicht wollen, dann sollten diese Spieler den Verein verlassen, mit dem sie sich dann ja offenbar auch nicht mehr wirklich identifizieren können.
Entweder lässt sich die Mannschaft mal wieder ohne Gegenwehr vom HSV abschlachten, oder es kommt endlich mal eine Reaktion auf dem Platz. Herrlich hat leider nicht monatelang Zeit, der Mannschaft die schlimmsten Schwächen auszutreiben. Gibt es also am Sonntag das Wunder in Hamburg?





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