Nun ist es endlich also soweit. Nach dem gestrigen Auftritt der Mannschaft des VfL Bochums in Berlin gegen die „alte Dame“ Hertha, dürfte auch dem letzten leidgeprüften Bochumer Anhänger der Glaube an den direkten Wiederaufstieg vergangen sein.
Erstmals allerdings in dieser Spielzeit gebe ich auch dem Trainer einen großen Teil der Schuld an der gestrigen Niederlage.
Wer wirklich schon durch seine Aufstellung sowohl den Spielern als auch den Fans den Eindruck vermittelt, maximal einen Punkt in der Hauptstadt mitnehmen zu wollen, wer mit drei „Sechsern“ im Mittelfeld auftritt, wer „Fußballgott“ Dedic als einzige Spitze aufbietet, wer mit drei gelernten Innenverteidigern beginnt, wer „Null-Leistung“-Federico zum x-ten Mal einen Platz in der Startelf verschafft, der macht sich angreifbar.
Wenn es nicht am Unvermögen des Trainers liegen sollte, eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz zu schicken, dann könnte man beispielsweise auch über die Qualität des Kaders sinnieren. Wobei nun wirklich auch der letzte Spatz Deutschlands inzwischen von den Dächern pfeift, dass das Bochumer Spielermaterial schon seit Jahren weder den Ansprüchen der ersten noch großen Teilen der zweiten Liga genügt.
Als „Zugabe“ kommt noch hinzu, dass es keinen Nachwuchs, schon gar keinen eigenen, in der Bochumer Mannschaft gibt, somit offenbar auch keinen größeren Leistungsdruck auf die „etablierten“ älteren Spieler.
Das Gegenbeispiel war dann auf Seiten der Hertha zu bewundern, die mit dem Doppel-Torschützen Lasogga (18 Jahre) wohl am deutlichsten zeigte, dass man auch mal jungen Spielern Vertrauen schenken kann – ein Vorgehen, dass in Bochum seit längerer Zeit undenkbar erscheint.
Ein weiteres Ärgernis beim VfL Bochum 1848 stellt die immer
wieder auf dem Platz auftretenden Nicht-Leistungen vieler Spieler dar,
unverständlich, wie man mit so einer Berufsauffassung wirklich die Bezeichnung
„Profi“ tragen darf! Gerade bei den offensiven Spielern ist es oft eine
Mischung von „Nicht-Wollen“ und „Nicht-Können“, ein Team, das diese Bezeichnung
auch wirklich verdient, steht beim VfL schon seit Jahren nicht mehr auf dem
Platz. So fragt man sich als Zuschauer wirklich, wie eine "Leistung" wie in der
ersten Hälfte überhaupt zustande kommen kann - Arbeitsverweigerung ist
andernorts ein Kündigungsgrund. Es ist niemand da, der ein Spiel lenken könnte oder den Aktionen etwas
Durchdachtes vermitteln könnte.
Vor allem deutlich wurde dies in Halbzeit eins, in der Bochum, außer einer Chance nach zwei Minuten durch Dedic, keine einzige gefährliche Torszene erspielen konnte. Dies kreide ich der extrem defensiven Aufstellung an. In der zweiten Halbzeit schaltete Berlin dann zwei Gänge zurück und Bochum konnte, auch mithilfe der Einwechslungen (Saglik für Maric, Tese für Dedic), wenigstens ein paar gute Chancen herausspielen, die allerdings allesamt vergeben wurden (Dabrowski, Saglik, Tese). Auch ein Markenzeichen „unseres“ Teams zurzeit, das Vergeben von Großchancen nämlich.
Nachdem uns also gegen Berlin mal wieder 90 Minuten „Zucker für die Augen“ kredenzt wurde, gewürzt von einem Torwartfehler Luthes beim 0:1 (statistischen Angaben zufolge unser fünftes Gegentor in dieser Spielzeit nach einem direkten Torwartfehler) bin ich, mal wieder, restlos bedient.
Das, was ich mir nach dem Abstieg eigentlich gewünscht hatte, der Neuanfang in Liga 2, konnte wegen unzähliger langfristiger Verträge mit Vollversagern nicht gemacht werden, oder die überzähligen Spieler fanden keine Käufer – warum nur?
Diese „Mannschaft“ hat ein Kreativitäts-, ein Einsatz- und Identitätsproblem (Identifikation mit dem Verein).
Achja, und spätestens zur neuen Saison dürfen sich, wenn es möglich ist, Spieler wie Maric, Dedic und Federico gerne neue Vereine suchen. Schlimm genug, dass Spieler mit wenig Potenzial wie Dabrowski und Maltritz inzwischen sogar zu den etwas weniger schlechten Spielern im Kader zu gehören scheinen.
Bochum steht nach 12 Spieltagen jetzt dort, wo es sich wirklich keiner der Fans gewünscht hätte, weit abgeschlagen hinter den Aufstiegsrängen, 11 Punkte hinter Platz zwei und 9 Punkte vor Platz 17, auf Platz 11, und da gehört das Team zurzeit auch hin. Mit einem Auftritt wie in der ersten Halbzeit gegen Berlin wird es am Samstag sogar gegen Tabellenschlusslicht Ingolstadt schwer werden. Aber Bochum-Fans sind ja bekanntlich zu anspruchsvoll… nur weiter so!





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